Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.07.2015


Landespolitik

Schuldenschnitt für Almbahn geplant

Mutters und Götzens haben mit Haftungsübernahmen von einer Mio. Euro Basis für Umschuldung der Mutterer- almbahn geschaffen. Schuldenerlass von vier Mio. steht im Raum, Verbindung in die Lizum ist kein Thema mehr.

© MuttereralmbahnEinzelkämpfer oder doch künftig eine Bahnen-Holding? Ein Gutachten soll die Optionen aufzeigen.



Mutters – Der so genannte „Brückenschlag“ war ein Schlag ins Wasser. Die lifttechnische Verbindung von der Axamer Lizum in die Schlick 2000 ist Geschichte. Vorläufig zumindest, hoffen die Proponenten nach wie vor. Trotzdem: Die schwarz-grüne Regierung will das Projekt nicht, da es mit den bestehenden Gesetzen nicht in Einklang zu bringen ist. Würde die Gondelbahn doch das Ruhegebiet der Kalkkögel überqueren.

Mit dem Schicksal der „großen Verbindung“ wurde aber auch seit jeher jenes der „kleinen Verbindung“ verknüpft. Also der Zusammenschluss von Muttereralmbahn mit der Axamer Lizum. Nur im Verbund wären auch die nötigen Millionen für die kleine Variante zu lukrieren gewesen. „Die Verbindung ist derzeit kein Thema mehr“, gibt Innsbrucks Tourismusverbands (TVB)-Obmann Karl Gostner unumwunden zu.

Der TVB hat die Bahn vor Jahren übernommen, inzwischen läuft der Betrieb, insbesondere im Sommer, zufriedenstellend. Und dennoch: „Die Gesellschaft ist nicht in der Lage, die nötigen Investitionen für diese Verbindung zu tätigen“, sagt Gostner. Die finanzielle Situation ist die eine, die strategische eine andere. Gostner weist darauf hin, dass bereits die Schweizer Grischconsulta-Studie zu dem Schluss gekommen sei, dass die Verbindung Mutters/Axamer Lizum nichts bringe, wenn nicht auch der Brückenschlag vollzogen wird. „Nach der Absage an den Brückenschlag wird die Muttereralmbahn bleiben, wie sie ist, und versuchen, sich durch eine Attraktivierung des Sommers zu verbessern“, gibt Gostner die Richtung vor. Das neue Motto: „Kleinere Brötchen backen, aber die dafür konsequent.“

Zu den aktuellen Versuchen, die finanziellen Altlasten der Bahn loszuwerden, will sich Gostner vorerst nicht äußern: „Dazu gibt es keinen Kommentar, die Verhandlungen laufen noch.“ Im Hintergrund sind die Würfel jedoch bereits gefallen, die Gemeinden Mutters und Götzens haben in den vergangenen Tagen für eine Umschuldungs- bzw.Entschuldungsaktion bereits die notwendigen Beschlüsse gefasst. Im Mittelpunkt steht dabei eine Vereinbarung mit einer großen Bank über eine Umschichtung. Rund 11,5 Mio. Euro weist die Bahngesellschaft dort an Verbindlichkeiten aus, durch die Umschuldung auf ein anderes Bankenkonsortium würde das Institut auf rund vier Millionen Euro verzichten. Und diese Voraussetzungen haben Mutters und Götzens als Mitgesellschafter der Mutterer­almbahn in der Vorwoche bzw. am Dienstag geschaffen. Sie übernehmen Haftungen in Höhe von einer Million Euro. Der Tourismusverband dürfte bei der bevorstehenden Aufsichtsratssitzung ebenfalls eine Haftung absegnen.

Man geht davon aus, dass aus dem Bahnbetrieb künftig die offenen 7,4 Mio. Euro bedient werden können. Die Laufzeit des 2011 vereinbarten Zuschusses der Gemeinden und des Tourismusverbands von jährlich 250.000 Euro soll zudem von 24 auf zwölf Jahre verringert werden. Mit dem Schuldenschnitt und der Umschuldung werden die Altlasten deutlich verringert. (mami, pn)