Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 03.09.2015


Landespolitik

Wohnsitze: Ruf nach Kontrollen

Der Kitzbüheler Gemeinderat Thomas Nothegger fordert mehr Kontrollen gegen illegale Freizeitwohnsitze.

© Franz PflueglIllegale Freizeitwohnsitze heizen Immobilienpreise an.Foto: Pflügl



Innsbruck, Kitzbühel – Tirol will das Raumordnungsgesetz verschärfen, um unter anderem den Wildwuchs an Zweit- und Freizeitwohnsitzen und die damit einhergehende Explosion der Immobilienpreise einzudämmen. 113.315 Personen waren zu Jahresbeginn mit einem zweiten Wohnsitz in Tirol gemeldet. In den vergangenen 14 Jahren kamen 31.500 hinzu, 27.390 davon stammen aus EU-Staaten – die TT berichtete.

Der Kitzbüheler Gemeinderat Thomas Nothegger von der Liste Junge Unabhängige Kitzbüheler (JUK) schlägt im Kampf gegen illegale Freizeitwohnsitze unter anderem schärfere Kontrollen vor. „Wir brauchen verbesserte Raumordnungsinstrumente zwischen Bezirkshauptmannschaften und Gemeinden zur Kontrolle der illegalen Nutzung als Freizeitwohnsitze und von leerstehenden Wohnungen“, so der Kitzbüheler. Aus seiner Sicht sollten zudem Raumordnungskompetenz und Baubewilligungen den Bürgermeistern entzogen und gemeindeübergreifend einem neugeschaffenen Gremium zugeführt werden. Ebenso sei die Einführung einer Infrastrukturabgabe für nicht genehmigte Freizeitwohnsitze denkbar. Auch die Beweislast beim Verdacht illegaler Freizeitwohnsitze – wie es die Bürgermeister der Petition „ARGE Bergdorf“ fordern – solle beim Wohnungseigentümer liegen.

Auch die SPÖ Salzburg hat den illegalen Zweitwohnsitzen im Land den Kampf angesagt. Schätzungen gehen von 40.000 bis 60.000 nicht als solche genehmigten Ferienwohnungen bzw. -häusern aus. Die SPÖ fordert unter anderem eine Umkehr der Beweislast: Dann müsste der Wohnungseigentümer im Zweifelsfall beweisen, dass die Wohnung laufend genutzt wird. (mas)