Letztes Update am Do, 10.12.2015 06:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regio-Projekte

Mehr als 100.000 Euro Förderung für Täler im Bezirk Imst

Das Auswahlgremium der Regionalentwicklung für den Bezirk Imst definierte jene Projekte, die künftig mit Regio-Fördergeldern bedacht werden. Der Löwenanteil der Mittel fließt in das Ötz- bzw. Pitztal.

Ein neues Regio-Projekt, der „Pitztaler Erlebnismarkt“ in Wenns, ging vorgestern zu Ende und setzt sich zum Ziel, die Wenner Markttradition wieder aufleben zu lassen und in das gesamte Tal zu tragen.

© Breonix/Chris WalchEin neues Regio-Projekt, der „Pitztaler Erlebnismarkt“ in Wenns, ging vorgestern zu Ende und setzt sich zum Ziel, die Wenner Markttradition wieder aufleben zu lassen und in das gesamte Tal zu tragen.



Von Hubert Daum

Roppen – Für den Regionalentwicklungsverein Regio Imst ging mit der offiziellen Anerkennung als Leader-Region im Sommer ein positiver Ruck durch das Schaffen. Mit den Aussichten, in der neuen Periode über fünf Millionen Euro an Fördergeldern zu lukrieren, lud man Gemeinden, Vereine und andere Institutionen ein, innovative Projekte zu den Themen Energie, Nachhaltigkeit, Regionalität oder Landwirtschaft einzureichen. „In drei Vorstandssitzungen – der Vorstand ist gleichzeitig das Auswahlgremium – wurden die Einreichungen beurteilt und die förderwürdigen Projekte definiert“, berichtet der neue GF Markus Mauracher. Insgesamt dürfen sich fünf Vorhaben „Leader-Projekt in spe“ nennen, sie bedürfen noch der Absegnung des Landes Tirol:

An der Umsetzung der Projekte wird „der Neue“ Manuel Flür mitarbeiten.
An der Umsetzung der Projekte wird „der Neue“ Manuel Flür mitarbeiten.
- Regio

1. Regionale Agenda Pitztal: Das bereits existierende Projekt konnte in der „alten“ Förderperiode nicht beendet werden und zieht sich deshalb in die neue hinein. Die Agenda beschäftigte sich mit großer Beteiligung der Pitztaler Bevölkerung mit den Themen Landwirtschaft, alte Gebäude, Ehrenamt oder Sagen. Spätestens im Februar erscheint eine Broschüre mit umfangreichen Infos über den „Pitztaler Tirgge“, im Frühjahr wird die Agenda Pitztal abgeschlossen.

2. Erlebnismarkt Pitztal: Bis in die 1960er-Jahre wurden in Wenns Märkte abgehalten. Diese Tradition möchte man wieder aufleben lassen und auf das gesamte Tal ausdehnen. Der erste „Erlebnismarkt“ mit Adventmusik und Lesungen ist bereits Geschichte: Am 28. November war feierliche Eröffnung, vorgestern fiel der Vorhang mit einem Konzert der Pfunds Kerle. Ein Ostermarkt soll folgen.

3. Widiversum: Das Ötztaler Bergschaf „Widi“ soll der breiten Öffentlichkeit speziell im Tourismus nähergebracht werden. In einem Gemeinschaftsprojekt der Bergbahnen Oetz und des Ötztal Tourismus entsteht rund um den Speicherteich an der Bergstation der Acherkogelbahn das „Widiversum“, ein Themen­parcours. Gefördert werden die Wissensstationen.

4. ABC-Café Imst: Das bestehende ABC-Café im alten Kindergarten Imst-Oberstadt, das die Sprach- und Kulturkenntnisse vom Migrantenfrauen verbessern soll, wird weiterentwickelt: Auch Männer sollten Zugang finden, eine Mutter-Kind-Gruppe inklusive Hausaufgabenbetreuung wird installiert.

5. Samstagskinderbetreuung Sölden: Gerade am Samstag, beim Schichtwechsel der Urlaubsgäste, haben die Touristiker alle Hände voll zu tun. Die Kinderbetreuung, die durch das bestehende Angebot nicht abgedeckt wird, soll mit Regio-Hilfe jetzt endlich in Angriff genommen werden. Für die fünf ausgewählten Projekte werden 140.000 Euro Fördermittel bereitgestellt. In der Warteschleife, also vorgeprüft aber noch unvollständig, sind die Weiterführung von „Miteinand in Imst“ und die Naturparkerweiterung Obergurgl. Ein neues Gesicht wird bei der Umsetzung behilflich sein: Der Karröster Manuel Flür (nicht verwandt mit der Obfrau) tritt in die Fußstapfen von Nicole Krismer-Stern. Der studierte Geograph: „Mein Studiumschwerpunkt ‚Globaler Wandel und regionale Nachhaltigkeit‘ zeigt das Interesse an der Thematik.“