Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.12.2015


Landespolitik

Gymnasium-Test heftig umstritten

„Papa, hilfst du mir mal?“: Eltern sollten bei der Hausübung helfen, sie aber nicht völlig übernehmen.

© iStock„Papa, hilfst du mir mal?“: Eltern sollten bei der Hausübung helfen, sie aber nicht völlig übernehmen.



Innsbruck – Die jährlich wiederkehrende Problematik der fehlenden Plätze in den Innsbrucker Gymnasien ist für Tirols Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser „hausgemacht“. Indem manche Eltern ihre Kinder teilweise regelrecht in diese Schullaufbahn zwingen, würde vermittelt, dass nur höhere Bildung zählt. Damit werde die realistische Einschätzung der Begabungen der Kinder von vornherein konterkariert und auch die Neue Mittelschule abgewertet. „Tatsache ist, dass viele Kinder in der falschen Schule sitzen, um den Ehrgeiz der Eltern zu befriedigen und dementsprechend todunglücklich sind.“ Harasser weiter: „Unser Schulsystem braucht jedenfalls eine Total­erneuerung, damit sich wirklich was ändert und alle Kinder die gleichen Chancen bekommen.“ Die SPÖ sieht die vom Landesschulrat präsentierten Vorschläge zur Entschärfung des Andrangs auf Gymnasien als richtigen Schritt, fordert aber mehr Mut in Bildungsfragen. SP-Vorsitzender Ingo Mayr und LA Thomas Pupp fordern „eine Modellregion für ganz Tirol“. Die Tiroler Grünen erwarten von Bildungsministerin Heinisch-Hosek „ein klares Nein zu diesem bildungspolitischen Rückschritt, den wir nicht mittragen“, sagt Bildungssprecher Ahmet Demir. (TT)