Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 28.12.2015


Exklusiv

TT-Umfrage: Blau fährt auf der Überholspur

Während dem grünen Koalitionspartner die Regierungsbeteiligung offenbar nach wie vor nützt, setzt es für die ÖVP einen argen Dämpfer. Mit der schwarz-grünen Regierung ist die Bevölkerung nur mittelmäßig zufrieden.

© Thomas Boehm / TT



Von Peter Nindler

Innsbruck – Der Bundestrend, generelle Unzufriedenheit mit politischen Parteien und den Regierenden im Besonderen, Privilegiendebatte um ÖVP-Politiker in Tirol oder Flüchtlingskrise: Diese politische Stimmungslage drückt sich auch in der repräsentativen TT-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Research Affairs“ zum Jahreswechsel aus. Erstmals wurden nicht nur Telefoninterviews, sondern auch Online-Befragungen durchgeführt.

Eckdaten

Das Meinungsforschungsinstitut „Research Affairs" hat im Auftrag der TT vom 28. November bis 9. Dezember 2015 608 Tiroler ab 16 befragt; 368 online, 240 telefonisch. Die Schwankungsbreite der Ergebnisse beträgt +/- vier Prozent.

Vor allem die Tiroler Volkspartei steckt in einer Negativ-spirale (35 Prozent), während der grüne Koalitionspartner stabil bleibt (16 Prozent). Demgegenüber legt die FPÖ massiv zu (19 Prozent). Die SPÖ tritt weiterhin auf niedrigem Niveau auf der Stelle (12 Prozent), die Liste Fritz pendelt sich bei fünf Prozent ein und die NEOS würden mit sechs Prozent den Einzug in den Landtag schaffen. Für Sabine Beinschab von „Research Affairs“ ist „die Tendenz von den Landtagswahlen in anderen Bundesländern auch in Tirol klar erkennbar“. Die Bevölkerung sei außerdem mit der schwarz-grünen Landesregierung nur mittelmäßig zufrieden, was sich in der Durchschnittsnote 3,2 niederschlägt. „Statt 30 Prozent im Vorjahr glauben heuer nur noch 23,6 Prozent, dass die schwarz-grünen Kompromisse Tirol guttun würden“, betont Beinschab, für die die Tendenz „eher weniger positiv ausfällt“.

Die VP mit LH Günther Platter verzeichnet deutliche Einbußen wie auch SP-Chef Mayr. Die FPÖ mit Markus Abwerzger legt zu, die Grünen mit Ingrid Felipe sind stabil. Liste Fritz (Andrea Haselwanter-Schneider) und Impuls (Hans Lindenberger) pendeln sich auf niedrigem Niveau ein.Fotos: Hammerle, Böhm (3), Rottensteiner (2)
-

Das Hadern mit der Politik spiegelt sich auch in der hohen Zahl von Unentschlossenen wider. Wären am Sonntag Landtagswahlen, würden 7,8 Prozent entweder nicht und 4,9 Prozent ungültig wählen. 14,3 Prozent haben noch keine Ahnung, welcher Partei sie ihre Stimme geben sollen, 15,6 wollen sich damit noch gar nicht befassen.

Im Landtag würde es nach der aktuellen TT-Umfrage deutliche Verschiebungen geben.Foto: Böhm
-
-