Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 29.12.2015


Reutte

148 Unterschriften gegen Zwischenlager in Pflach

Bürgerinitiative überbrachte Pflacher Bürgermeister „starke Argumente“ für einen Erhalt des Naherholungsgebietes am Kohlplatz-Weiher.

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© Mittermayr Helmut



Von Helmut Mittermayr

Pflach – Das etwas andere Weihnachtsgeschenk stellte eine Pflacher Bürgerinitiative Bürgermeister Helmut Schönherr zu, der im Ort auch Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft Pflach ist – und damit auch das letzte Wort über diese Flächen innehat. Ein Unternehmer aus Reutte plant, auf Agrargrund angrenzend an den Kohlplatz-Weiher auf 4000 bis 5000 Quadratmetern eine Zwischendeponie für wiederverwertbares Aushubmaterial und Schotter zu errichten. Auch Siebanlage und Brecher wären vorgesehen. Die Bedeutung des ins Auge gefassten Areals ist ambivalent. Je nach Sichtweise ist es wegen der Nachbarschaft zu Natura 2000 unantastbar; andererseits liegt der erst 1993 geschlossene Reuttener Müllplatz direkt darunter. Ein Unternehmer strengt derzeit die rechtliche Klärung über eine mögliche Nutzung an. Dann wäre BM Schönherr am Wort.

Markus Keller überreichte dem Dorfchef zusammen mit Horst Eisele und Josef Prast 148 Unterschriften für den Erhalt der längst zum Naherholungsgebiet mutierten Altlast. Sie erklärten, dem Bürgermeister damit „starke Argumente“ gegenüber dem Unternehmer in die Hand geben zu wollen. Schönherr beruhigte, dass bis heute keine offizielle Eingabe vorhanden sei, nicht einmal eine Skizze. Dass der Platz gar nie in irgendeiner Form genutzt werden könnte, wollte er auch nicht blanko versprechen. „Aber ich nehme die Unterschriften sicherlich ernst und werde das Gespräch mit dem Unternehmer suchen. Vielleicht gibt es ja alternative Standorte, wie zum Beispiel im Bereich Abfahrt Reutte Nord, wo beiden Seiten gedient wäre“, beruhigte der Gemeindechef, der vor zwei Jahrzehnten selbst einmal eine Bürgerinitiative gegen einen geplanten Bezirksmüllplatz in der Gemeinde Pflach angeführt hatte.

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