Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 06.04.2016


Landespolitik

Umweltanwaltschaft gegen Rodungen rund um Flugplatz

Der Umweltanwalt spricht von „sensiblem Auwaldgebiet“ bei Höfen. Der Flugsportverein kann die Kritik nicht nachvollziehen.

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© Tschol



Von Alexander Paschinger

Höfen – Der Flugplatz Höfen – oder besser eine geplante Rodung – beschäftigt demnächst das Landesverwaltungsgericht (LVG) in Innsbruck. Grund ist der Einspruch des Landesumweltanwaltes (LUA) gegen die forstrechtliche Bewilligung von dauernden und befristeten Rodungen sowie „Einzelbaum-Entnahmen“ im Randbereich des Flugfeldes. Die Umweltanwaltschaft spricht von einem „sensiblen Auwald“ am Lech, welcher „teilweise im Natura-2000-Schutzgebiet Tiroler Lech liegt“, heißt es in der Beschwerde. Seitens des Flugsportvereins Reutte-Höfen, der auch die Haltergemeinschaft des Flugplatzes darstellt, meint Mitglied RA Christian Pichler: „Die Rodung ist minimal. Es geht um Begradigungen und im Anflugsektor werden ein paar Bäume gefällt.“ Er gibt „dem Rechtsmittel keine besondere Durchschlagskraft“.

Sowohl Umweltanwalt als auch Haltergemeinschaft berufen sich auf eine Aussage des luftfahrttechnischen Sachverständigen. Dieser meinte, dass die Rodungen „der Luftfahrt dienlich“ seien.

Genau dieses „dienlich“ ist für den LUA der Stein des Anstoßes. „Der LUA ist nicht prinzipiell gegen eine Rodung von – wie im gegenständlichen Fall – einer kleinen Waldfläche zum Zwecke der Sicherheit“, heißt es. Und weiter: „Im gegenständlichen Fall handelt es sich allerdings um einen sensiblen, in Tirol nur mehr kleinräumig vorkommenden Auwaldbereich am Lech.“ Dienlich ist für den LUA nämlich nicht gleichbedeutend mit notwendig.

„Diese Deutung von ,dienlich‘ ist Wortklauberei“, hält Pichler dagegen. Die „Herstellung der Hindernisfreiheit“ sei schon im älteren Flugplatzbescheid gefordert gewesen, „die beantragte Rodung ist ein Kompromiss“. Er könne die Kritik der Umweltanwaltschaft nicht nachvollziehen: „Der Auwald wird nicht erkennbar verändert – im Gegensatz zur Geschiebefalle, wo auf einem Kilometer Auwald abgeholzt wurde.“ Beim Flugplatz gehe es um einen 30 bis 40 Meter breiten Streifen, der am Rand bereinigt werde und wo zwischen zwei bis vier Metern in die Tiefe gerodet werde.

Pichler rechnet mit einer Entscheidung des LVG binnen „ein bis zwei Monaten“. Er glaubt nicht an eine Verzögerung der Arbeiten: „Derzeit hätten wir wegen der Brutzeit ohnehin warten müssen.“ Gerodet würde erst im Sommer bzw. im Herbst.