Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.04.2016


Kufstein

Vergabe der Ausschüsse sorgt für Ärger

Barbara Trapl (l.) und Helene Astner­ sind verärgert.

© MadersbacherBarbara Trapl (l.) und Helene Astner­ sind verärgert.



Von Michael Mader

Kundl – Für Nachwehen sorgt die Gemeinderatswahl in Kundl: Die ÖVP Kundl hat zwar drei Mandate und die mit ihr gekoppelte Liste der „Kundler Frauen“ zwei Mandate erreichen können, bei der Wahl der Ausschussobleute gingen die beiden Fraktionen aber leer aus. „Die Kundler Opposition wird ignoriert“, beklagen sich Vizebürgermeisterin Barbara Trapl (ÖVP Kundl) und Gemeindevorstand Helene Astner (Kundler Frauen). Die Bürgermeisterliste – Team Anton Hoflacher – erreichte bei der Gemeinderatswahl sieben der insgesamt 15 Mandate.

„Ich hätte nur einen Ausschuss erhalten, wenn ich auf das Amt der Vizebürgermeisterin verzichtet hätte“, berichtet Trapl von einem Gespräch mit dem Bürgermeister. Anders sehe das bei der Bürgerlichen Kundler Liste und Fraktionsführer Michael Dessl aus. „Mit nur zwei Mandaten und nur jeweils einem Mitglied in den Ausschüssen stellen Dessl und sein Team mit kräftiger Unterstützung vom Team Hoflacher gleich drei von neun Obleuten“, stellen Trapl und Astner in einer Aussendung klar. Die SPÖ-nahe Bürgermeisterliste stelle nun sechs Ausschussobleute.

„Wir sind offen für alles und können wirklich mit jedem – aber die allseits gewünschte gute Zusammenarbeit wird unter diesen Umständen schwierig werden“, sagt Astner. „Sogar der Überprüfungsausschuss, der in Kundl stets von der stärksten Oppositionspartei geleitet worden ist, wird nun von der BKL geführt. Andere Fraktionen von einer effektiven Mitarbeit komplett auszuschließen – so etwas hat es in Kundl noch nie gegeben“, findet Trapl die Vorgehensweise eine Frechheit.

Bürgermeister Hoflacher ist dafür, die Kirche im Dorf zu lassen: „Trapl war Vierte auf der Gemeinderatsliste und ist nur durch den Verzicht von Alexander Lindner auf den ersten Platz gekommen und die Kundler Frauen haben nur durch die Koppelung ein zweites Mandat bekommen. Da frage ich mich, ob das der Wählerwille war.“ Die Ausschussobleute würden demokratisch von den Ausschussmitgliedern gewählt.