Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 06.06.2016


Exklusiv

„Milchproduktion drosseln, auf Kraftfutter verzichten“

Trotz massiver Kritik befürwortet der Ex-EU-Agrarkommissar Fischler Zins-stützungen für Milchbauern, weil ihnen zur Expansion geraten worden sei.



Innsbruck – Franz Fischler beurteilt die aktuelle Situation am Milchmarkt pragmatisch. „Er wird nicht vom Angebot, sondern einzig von der Nachfrage gesteuert.“ Und fehlt die Nachfrage, dann geht auch der Preis in den Keller. Vor allem jene Bauern, denen in Zeiten guter Milchpreise von Molkereien und Experten geraten worden sei, zu investieren, kämen jetzt massiv unter Druck. Aber ist es gerechtfertigt, dass das Land jetzt Bauern mit Zinsstützungen von 770.000 Euro für Agrarinvestitionen unter die Arme greift, obwohl sie für die Überproduktion verantwortlich sind? „Natürlich kann man das in einer Nachbetrachtung kritisieren, aber grundsätzlich ist die Vorgangsweise des Landes nicht falsch. Es muss im allgemeinen Interesse sein, dass die Vollerwerbsbauern nicht pleitegehen.“ Eine gewisse Stundung von Krediten sei ebenfalls nachvollziehbar, „schließlich müssen die Bauern weiter produzieren, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen“.

TT-Exklusiv-Artikel

Dieser Exklusiv-Artikel ist nur für Nutzer verfügbar, die sich kostenlos auf tt.com registriert haben.

Jetzt kostenlos registrieren
Ich bin bereits registriert und möchte mich anmelden