Letztes Update am Di, 07.06.2016 11:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ausbildung

Lehramtsstudium: Vorarlberg und Tirol fixieren Kooperation

Der Kooperationsvertrag soll am

Mittwoch unterzeichnet werden.

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Feldkirch, Innsbruck – Die Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in Vorarlberg und Tirol werden ab Herbst ein gemeinsames Lehramtsstudium für die Sekundarstufe anbieten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag soll am Mittwoch an der Universität Innsbruck unterzeichnet werden, teilte die Pädagogische Hochschule Vorarlberg am Dienstag mit. Eine abgespeckte Version wird auch in Feldkirch absolviert werden können.

Die gemeinsame Aus- und Weiterbildung werde laut PH Vorarlberg die allgemeinbildenden Fächer an den Neuen Mittelschulen (NMS), Polytechnischen Schulen, Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) sowie Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) umfassen und sechs Jahre dauern. Konform zum Bolognasystem wird sie als vierjähriges Bachelor- und zweijähriges Masterstudium angeboten und beinhaltet eine grundlegende fachliche und fachdidaktische Ausbildung in zwei Fächern, eine allgemein bildungswissenschaftliche und eine pädagogisch-praktische Ausbildung.

Ausbau der Spezialisierungen geplant

Vorerst werden 24 Unterrichtsfächer sowie die Spezialisierung „Inklusive Pädagogik“ zur Verfügung stehen, ein weiterer Ausbau der Spezialisierungen sei geplant, hieß es. Mit der Zulassung sind Studierende ab Herbst an allen fünf Partnereinrichtungen (Universität Innsbruck, Pädagogische Hochschule Tirol, Pädagogische Hochschule Vorarlberg, Universität Mozarteum Salzburg (die mit der Abteilung für Musikpädagogik einen Standort in Innsbruck hat, Anm.) und Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein) eingeschrieben und können so auch an allen Standorten studieren.

An der PH Vorarlberg können angehende Lehrer vorerst die Unterrichtsfächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Bewegung und Sport sowie die bildungswissenschaftlichen Grundlagen und pädagogisch-praktischen Fächer absolvieren. Laut PH-Rektor Gernot Brauchle sind das die Fächer, die in Vorarlberg am meisten gebraucht würden. „In den kommenden zehn Jahren steht uns in diesen Fächern eine große Pensionierungswelle ins Haus“, erklärte Brauchle die Auswahl gegenüber der APA. Klar sei, dass man in Feldkirch nicht alles ausbilden könne, „dazu haben wir weder die Ressourcen noch die Anmeldezahlen“, betonte der PH-Rektor. Für das Studium „Primarstufe“ haben sich in Feldkirch Ende Mai 73 Personen angemeldet, für die „Sekundarstufe Allgemeinbildung“ 75.

Doppelgleisigkeiten beenden

Im Kooperationsvertrag sei jedoch vorgesehen, das Angebot in Feldkirch in den nächsten Jahren „bedarfsgerecht“ - also entsprechend der im Land benötigten Fächer - zu erweitern, so Brauchle. Damit werde eine Absicherung des Standortes gewährleistet. Für 2017/18 gebe es bereits Vorverhandlungen für das Unterrichtsfach Geschichte, erste Vorabgespräche liefen bezüglich Musik, berichtete der PH-Rektor. Längerfristig will man mit dem neuen Gemeinschaftsstudium aber „auch mit Doppelgleisigkeiten aufhören“, betonte Brauchle. Als Konsequenz würden sich die teilnehmenden Institutionen in den nächsten Jahren weiter spezialisieren. Vorarlberg habe etwa mit Gudrun Quenzel die einzige Professur für Bildungssoziologie in Österreich zu bieten.

Zur Gänze in Feldkirch unterrichtet werden künftig Mathematik sowie Bewegung und Sport. Alle anderen Lehrveranstaltungen werden via Live-Stream aus einer der anderen Einrichtungen in die PH Vorarlberg übertragen. Für das Fach Englisch muss zusätzlich ein „Verbundtag“ in Innsbruck absolviert werden. Eine Übernachtung sei aber nicht nötig, weil alle Lehrveranstaltungen aufeinanderfolgend an diesem einen Tag stattfänden, freute sich Brauchle. Für die betroffenen Studenten seien auch bereits günstige Verbundtickets für beide Bundesländer ausverhandelt worden.

Das Land Vorarlberg finanziert mit 60.000 Euro den Ausbau der Digitalen Hörsäle in Feldkirch, auch die Digitalisierung von Hörsälen in Innsbruck übernehme das Land, informierte der PH-Rektor. Darüber hinaus würden keine weiteren Gelder seitens des Landes in das gemeinsame Lehramtsstudium fließen. (APA)