Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 17.06.2016


Landespolitik

Innsbrucks Grüne in Uni-Umfrage klar voran

Bei der Sonntagsfrage liegen die Grünen mit Abstand vor ÖVP, FI und FPÖ. Eine Mehrheit bejaht eine Obergrenze für Flüchtlinge.



Innsbruck – Würde die Landeshauptstadt am Sonntag und nicht erst 2018 wählen, gäbe es einen Umbruch in der Innsbrucker Parteienlandschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage (300 telefonische Interviews wahlberechtigter InnsbruckerInnen zwischen 25. und 28. April; Schwankungsbreite: +/-5,5 %) der Uni Innsbruck. Diese wurde im Rahmen eines Seminars von Studenten unter wissenschaftlicher Begleitung von Christian Traweger und Anja Wiesflecker durchgeführt.

Demnach würden die Grünen mit 29,8 % obsiegen. Zur Erinnerung: Bei der Gemeinderatswahl 2012 belegten die Grünen mit 19,1 % nur Platz drei hinter ÖVP (21,9 %) und der Bürgermeisterliste Für Innsbruck (FI, 21 %).

Hinter den Grünen gäbe es indes einen Vierkampf um Platz zwei. Die ÖVP käme mit 15,7 % nur hauchdünn vor der FI-Liste (15,6 %) zu liegen. Dicht dahinter folgt die FPÖ mit 14,8 %. Mit etwas Abstand folgt die SPÖ (12,8 %). Im Vergleich zur Wahl 2012 (14,5 %) würde für die Roten die Talfahrt weitergehen. Der schwarze Seniorenbund könnte 3,8 %, die Piraten nur noch 1,2 % der Wählerschaft auf sich vereinen.

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Da bis dato noch kein einziger Bürgermeisterkandidat gremial abgesegnet und daher fix ist, wurden laut Traweger einzelne BM-Kandidaten nicht abgefragt. Jedoch nahm man ein fiktives Stichwahl­szenario zwischen der amtierenden BM Christine Oppitz-Plörer und Grünen-NR Georg Willi an. Letzterem wird ein Liebäugeln mit einer Kandidatur stets nachgesagt, zuletzt pochte aber Vize-BM Sonja Pitscheider auf eine grüne Spitzenkandidatur. In dieser Konstellation läge Oppitz-Plörer mit 53 % vor Willi (47 %).

In der Sympathiefrage liegt Willi (70,4 %) vor FI-Vize-BM Christoph Kaufmann (67,4 %) und VP-GR Barbara Traweger Ravanelli (64,8 %). Oppitz-Plörer ist Fünfte, Rudi Federspiel (FPÖ) kommt auf nur 38 %.

Interessant ist ein Ergebnis der Umfrage zur Flüchtlingssituation. 53,6 % sagen, dass Österreich nur beschränkte Aufnahmekapazitäten hat und folglich nur eine begrenzte Anzahl von Flüchtlingen aufgenommen werden sollte. 18,3 % wollen die Grenzen schließen. (mami)