Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 21.06.2016


Politik in Kürze

Müll regt auch die Osttiroler auf

© Thomas Boehm / TTUm den Hochwasserschutz voranzutreiben, brauche es die Zusammenarbeit der Gemeinden, sagt LHStv. Josef Geisler.



Die unterschiedlichen Kosten für die Müll­entsorgung in Tirol schlagen vor allem in den Bezirken Wellen, wo sie am teuersten ist. Neben Innsbruck, Innsbruck-Land und Schwaz ist das vor allem der Bezirk ­Lienz. Dort werden 210 Euro pro Tonne Hausmüll fällig. „So wie auch in Nordtirol ist es der dicke ÖVP-Filz, der sich hier zu Buche schlägt", meint der Osttiroler Impuls-Landtagsabgeordnete Josef Schett. Er bezieht sich auf einen Bericht des Bundesrechnungshofes. Dieser habe angemerkt, dass die Preise in Osttirol um ein Viertel über dem Durchschnitt lägen und sich eine Müllanlage nur ab 80.000 Tonnen pro Jahr wirtschaftlich führen lasse. „In Osttirol fallen nur 14.000 Jahrestonnen an. Der Oberländer Industrielle Arthur Thöni hat die Anlage trotzdem bauen dürfen", kritisiert Schett. „Das sind die guten Freunde und die Machenschaften der ÖVP." Impuls-Klubobmann Hans Lindenberger und vormaliger Umweltlandesrat will der jetzigen Umweltlandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) Nachhilfe in Sachen Müllpolitik geben. Auch die oberösterreichischen Grünen seien zwischenzeitlich von der Müllverbrennung überzeugt, sagt Lindenberger.

Die Vorarbeiten für den Hochwasserschutz im Unterinntal würden auf Hochtouren laufen, berichtet LHStv. Josef Geisler (ÖVP). Seitens des Landes Tirol tue man alles, damit sich die Gemeinden im Unterinntal so schnell wie möglich vor künftigen Hochwasserereignissen schützen könnten. „Ohne die Gemeinden geht es nicht", ruft Geisler die Gemeinden einmal mehr zur Zusammenarbeit auf. Denn trotz aller Unterstützung des Landes sei der Hochwasserschutz in erster Linie Gemeindeaufgabe. Sommerpause gebe es keine, bestätigt Gesamtprojektleiter Markus Federspiel von der Abteilung Wasserwirtschaft.

Um Zugewanderten die für sie ganz dringend benötigten Informations- und Beratungstermine zu erleichtern, werde fortan eine Dolmetschunterstützung für diese Gespräche finanziell gefördert, freut sich Integrationslandesrätin Christine Baur (Grüne). Die Leistung müsse von qualifizierten Dolmetschern erbracht werden. Die Vereine können beim Land die Förderung beantragen. (aheu)