Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.07.2016


Exklusiv

NEOS treten in Innsbruck und landesweit zur Wahl an

Die pinke Partei hat noch keinen Spitzenkandidaten, aber Lust, in Tirol mitzuregieren. Eine Dreierkoalition könnten sich die NEOS vorstellen.

© zeitungsfoto.atDie NEOS wollen wieder Gas geben. Nach der Nationalratswahl (Bild) war es ruhig geworden um die Partei.



Von Anita Heubacher

Innsbruck – Die NEOS haben ein neues Gesicht. Nach Brigitte Gerhold ist Dominik Oberhofer der neue Landessprecher. Ob er auch der Spitzenkandidat für die Landtagswahlen ist, ist noch unklar. „Alle Kandidaten müssen sich einer Vorwahl stellen“, erklärt Oberhofer gegenüber der TT. Zulauf an Kandidaten und Mitstreitern habe man genug. Fix ist, dass die pinke Partei sowohl bei den Landtagswahlen, spätestens 2018, als auch bei den Gemeinderatswahlen in Innsbruck, ebenfalls 2018, antreten will. Die NEOS seien eine urbane, junge Partei. Das liest Oberhofer aus den Wahlergebnissen ab. Tatsächlich haben die NEOS bei den Nationalratswahlen 4,9 Prozent in Tirol, in Innsbruck 7,5 Prozent eingeheimst. Bei der EU-Wahl waren es tirolweit 9,65 Prozent, in Innsbruck 10,7.

Fünf Prozent brauchen Parteien, um in den Tiroler Landtag einziehen zu können. Ein „ambitioniertes Ziel“ sei, acht Prozent zu erreichen. „Unser erstes Ziel ist es, Schwarz-Blau in Tirol zu verhindern.“ Dass es in Tirol viel bürgerliches Potenzial gibt, ist Oberhofer bewusst. Ob er denn nicht glaube, dass die Tiroler nach Vorwärts, Gurgisers Bürgerforum, Liste Fritz oder Team Stronach genug von bürgerlichen Splittergruppen hätten? „Wir sind eine im Nationalrat vertretene Partei und wir haben nicht vor, ehemalige Landespolitiker als Spitzenkandidaten zu recyceln“, meint er.

Es sei deshalb in den letzten Monaten ruhig um die NEOS in Tirol geworden, weil man Zeit gebraucht habe, sich aufzustellen und nach innen zu arbeiten. Jetzt stehe ein „innerer Kern“ von 30 bis 40 Leuten. „Wir haben auch ein bis zwei Kandidaten darunter, denen der Job des Landesrates zuzutrauen wäre.“ Ziel von den NEOS in Tirol wäre es, „mitzugestalten“. Also mitzuregieren und damit auf der Regierungsbank zumindest einen Landesrat zu stellen. Letzteres könnte der Fall sein, wenn es eine Dreierkoalition in Tirol geben sollte. „ÖVP-SPÖ-NEOS oder ÖVP-Grün-NEOS wäre für uns vorstellbar.“ Eine Koalition mit der FPÖ einzugehen, sei für die NEOS aufgrund des blauen EU-Kurses nicht möglich.

Oberhofer rechnet damit, „dass es sich gar nicht mehr anders ausgehen wird außer zu dritt oder die ÖVP koaliert mit der FPÖ“. Bei den letzten Wahlen hatte die ÖVP 39 Prozent und die FPÖ 9,3 Prozent. Umfragen sehen die FPÖ auch in Tirol stark im Aufwind und ein Minus bei der ÖVP.

In Innsbruck werde NEOS auf jeden Fall einen Bürgermeisterkandidaten stellen. Namen gibt es auch hier noch keinen.

Inhaltlich will Oberhofer mit Sachpolitik punkten. „Unser größtes Asset ist, dass wir mit allen reden und andere Politiker auch loben“, schmunzelt er.