Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.07.2016


Landespolitik

Gletscher-Ehe ist ein heißes Eisen

© Thomas BöhmFür den schon länger diskutierten Zusammenschluss der beiden Skigebiete Pitztaler Gletscher und Sölden liegt nun ein konkretes Projekt vor.



Innsbruck – „Da lachen ja die Hühner“, kommentiert FP-Klubobmann Rudi Federspiel die Aussagen von ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf. Dieser hatte erklärt, dass er das Projekt Zusammenschluss Pitztaler und Ötztaler Gletscher noch nicht kenne. Die Gletscher-Ehe ist vor allem politisch ein heißes Eisen. Im schwarz-grünen Koalitionspapier ist zwar eine Überspannung der Gletscher vorgesehen, aber keine neuen Pisten. Die Bergbahnen wollen allerdings nur dann 120 Millionen Euro investieren, wenn die 64 Hektar geplanter Pisten kommen. Die Grünen halten am Koalitionsabkommen fest, die ÖVP hält sich zurück. Die Resthoffnung dürfte wohl sein, dass das UVP-Verfahren für einen Zusammenschluss sich über die Legislaturperiode hinaus ziehen könnte. Dann hätte auch das Koalitionspapier seine Gültigkeit verloren.

Die FPÖ jedenfalls kennt das Projekt. Die Projektwerber hätten es dem Landtagsklub vorgestellt, berichtet Federspiel. Die Partei finde am Projekt Gefallen, wäre es doch das größte Gletscher-Skigebiet der Welt, meint Federspiel.

Impuls-Klubobmann Hans Lindenberger hat für seinen Klub einen Präsentationstermin vereinbart. Er fordert, sachlich und nicht parteipolitisch motiviert mit dem Zusammenschluss umzugehen. Die SPÖ befürwortet das Projekt. Sie sieht vor allem Arbeitsplätze entstehen. (aheu)