Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.08.2016


Telfs

Unterschriftenaktion: SP-Dornauer kritisiert “Anmaßung“

Während sich die Bezirks-SPÖ von der Unterschriftenaktion in Telfs distanziert, bleibt SP-GR Tanzer bei seiner Kritik am Asylprojekt.

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© Domanig



Telfs – Eine Unterschriften­aktion, die sich gegen die Unterbringung von 21 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in der Telfer Bahnhofstraße richtet (die TT berichtete), sorgt über die Gemeindepolitik hinaus für Irritationen: Einer der Initiatoren, GR Sepp Köll von „Telfs Neu“, hatte am Donnerstag in einer Aussendung erklärt, dass die Unterschriftensammlung auch von den Gemeinderatsfraktionen der FPÖ, ÖVP, SPÖ und Bürgerlist­e Telfs unterstützt werde.

Dagegen verwehrt sich SPÖ-Bezirksvorsitzender Geor­g Dornauer „in aller Schärfe“: Weder die SPÖ Telfs „noch nahe­stehende Gemeinderäte“ würden die Aktion unterstützen, es sei eine „Anmaßung“, das zu schreiben. Dornauer findet es „extrem kurzsichtig“ und „völlig unverständlich“, nur aus „billigem Populismus“ eine solche Unterschriften­aktion zu starten. Vielmehr sei die Strategie von BM Christian Härting, kleine Quartier­e anzustreben, „durchaus der richtig­e Weg“.

Köll kontert, er habe sich sehr wohl mit GR Norbert Tanzer von der Liste SPÖ/Positive Zukunft Telfs abgesprochen. Tanzer selbst erklärte gestern, er teile die Kritik am geplanten Asylquartier insofern, als die Unterbringung von männlichen Jugendlichen eben viel problematischer sei als jene von Familien. Das würden Beispiele wie das Heim für jugendliche Asylwerber in Fulpmes zeigen. Dagegen würden der Bürgermeister und die Telfer Grünen „Probleme ausblenden und schönreden“. Hetzen wolle niemand, „aber man darf auch nicht blau­äugig sein“, so Tanzer.

Die Verhandlungen zwischen den Tiroler Sozialen Diensten, der Bildungs GmbH Ibis Acam als Betreiber der geplanten WG für Jugendliche und dem Eigentümervertreter stehen indes kurz vor dem Abschluss. Für die Anrainer findet am 17. August um 19 Uhr ein Informationsabend im Hotel Munde statt, bei dem Vertreter aller Projekt­beteiligten für Auskünfte zur Verfügung stehen. „Ich möcht­e, dass die Nachbarn in der Bahnhofstraße alle Informationen direkt von den Projektbeteiligten bekommen und eventuelle Unklarheiten geklärt werden können“, so BM Härting. (md)

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