Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.08.2016


Bezirk Innsbruck-Land

Forderung nach „Bürgerforum“ in Telfs

Telfs Neu und ÖVP kritisieren BM Härting in Sachen Flüchtlings-WG und Finanzen.

Das Rathaus in Telfs.

© DomanigDas Rathaus in Telfs.



Telfs – Die geplante WG für 21 junge Flüchtlinge in der Bahnhofstraße und der Rechnungshofbericht zu den Telfer Finanzen dominieren derzeit die politische Debatte in Telfs. Teile der Opposition reiten Attacken gegen BM Christian Härting (Wir für Telfs).

BM Härting ärgert sich über diese Kritik: Er habe die Anrainer bereits angerufen, bevor er den Gemeinderat informiert habe, „ich wollte nicht, dass sie es aus der Presse erfahren“. Von Anfang an habe er klar­gestellt, dass es einen Infoabend geben werde, sollte das Projekt konkret werden.

Ein Bürgerforum sei in Grinzens sinnvoll gewesen, da dort erstmals Flüchtlinge untergebracht werden sollen. In Telfs seien hingegen schon 77 Asylwerber einquartiert und man habe die Situation „gut im Griff“. Eine Bevölkerungsbefragung sei bei dieser Thematik „sehr heikel“, so Härting weiter. Zum einen bestehe die Verpflichtung, Schutzsuchende aufzunehmen, zum anderen habe die Gemeinde kaum Einfluss: „Der Gemeinderat kann dem Betreiber nicht verbieten, dass er ein Haus von einem privaten Eigentümer anmietet. Hier sind keine Widmungsfragen zu klären, es braucht nur eine baurechtliche Genehmigung.“ Jedenfalls versuche man, noch auf Anrainerwünsche einzugehen, was etwa die Gestaltung des Zugangs zur WG oder Verhaltensregeln für die künftigen Bewohner betrifft. Er stehe aber dazu, dass Örtlichkeit und Betreuungskonzept geeignet seien, betont Härting.