Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.08.2016


Landespolitik

Tarifmodell für Ärzte beschlossen

Im Krankenhaus Kufstein bekommen die Ärzte künftig höhere Grundgehälter und eine genaue Stundenabgeltung.

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© hn media/Nageler



Von Michael Mader

Kufstein – Positive Nachrichten kommen derzeit vom Bezirkskrankenhaus in Kufstein. Bei einer Abstimmung hat die Ärzteschaft bei einer Wahlbeteiligung von 89 Prozent mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit einem neuen Gehaltsmodell zugestimmt. Eine weitreichende Einigung mit der Ärzteschaft, heißt es dazu seitens des Gemeindeverbands.

Ärztevertreter Volker Steindl freut sich, „dass der Gemeindeverband großes Verständnis für die Sorgen und Anliegen der Ärzteschaft gezeigt hat“, und bezeichnet das ausgehandelte Modell als „zukunftsweisende Lösung“.

Ein tirolweit derzeit noch überhaupt einzigartiges Modell, meint dazu Gemeindeverbandsobmann Rudolf Puecher. „Wir haben das Tilak-Modell, das nächstes Jahr sowieso ein einheitliches Lohnschema bringt, abgewandelt. Wir zahlen das schon ein Jahr früher.“

Konkret werden die Grundgehälter rückwirkend mit Jahresanfang angehoben. Dazu komme ein attraktives Stundenmodell, das ab 1. September zum Tragen kommt. „Wir bezahlen keine Pauschalen mehr, sondern jede Stunde wird abgerechnet. Nur die Überstundenzuschlagspauschale wird es weiterhin geben“, sagt Puecher im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

Auch er freut sich über die konstruktive Zusammenarbeit mit Ärzteschaft und Betriebsrat. Puecher ist überzeugt, „dass das Bezirkskrankenhaus Kufstein mit diesem Schritt weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber bleibt. Wir wollen unseren Ärzten etwas bieten.“ Andere Bundesländer seien nämlich schon mit Lockangeboten gekommen.

Ganz billig ist das „Kufsteiner Modell“ allerdings nicht. Laut Puecher kostet es um 1,2 bis 1,3 Millionen Euro mehr als bislang: „Mit dieser Lösung haben wir jedenfalls für unser Haus und somit für die Bürgerinnen und Bürger unseres Bezirkes die Fächervielfalt und die hohe medizinische Qualität der Betreuung nachhaltig absichern können.“