Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.08.2016


Exklusiv

Zukunft für PI Achenkirch ungewiss

Der Personalstand der Polizeiinspektion am Achensee wurde in den vergangenen Jahren halbiert. Polizei-Chef Tomac dementiert Schließungsgerüchte, schließt aber Personalunion mit Jenbach nicht aus.

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Von Thomas Hörmann

Achenkirch – Kein Kommandant-Stellvertreter, nur noch vier Beamte für ein Gebiet von 400 Quadratkilometern: Die Polizeiinspektion Achenkirch hat möglicherweise ein Ablaufdatum. Schon jetzt müssen Beamte aus Jenbach ihre Kollegen am Nordufer des Achensees regelmäßig unterstützen.

Die ausgedünnte Personaldecke sorgt jedenfalls für Gerüchte innerhalb und außerhalb der Exekutive. Gerüchte, in denen von der baldigen Schließung der Inspektion die Rede ist. Landespolizeidirektor Helmut Tomac dementiert: „Achenkirch wird nicht zugesperrt.“ Allerdings schließt der Tiroler Landeskommandant nicht aus, dass die Inspektion bei der nächsten Dienststellenreform in die Überlegungen miteinbezogen wird. Eine Personalunion mit „der Jenbacher Inspektion wäre durchaus denkbar“. Die letzte Reform liegt erst zwei Jahre zurück. Damals wurden zehn Tiroler Wachzimmer zugesperrt bzw. mit anderen zusammengelegt.

Befeuert werden die Schließungsgerüchte vor allem durch eine kuriose Personal­entscheidung. Nach dem Abgang des stellvertretenden Kommandanten wurde die Stelle kürzlich neu ausgeschrieben. Der Andrang war angeblich überschaubar, nur wenige Bewerber sollen sich für den Posten interessiert haben. Zum Zug kam bisher niemand, dem Vernehmen nach wurde die Ausschreibung zurückgezogen. Laut Tomac wird allerdings weiterhin ein stellvertretender Kommandant für Achenkirch gesucht, „wir hatten bisher nur keinen geeigneten Bewerber“.

Einst waren abgesehen vom Kommandanten acht Beamte am nördlichen Achenseeufer stationiert. Der Rayon der Inspektion umfasst 400 Quadratkilometer, was der Größe Wiens entspricht. Zum Gebiet gehören auch die 45 Kilometer entfernte Hinterriss und die Eng (50 Kilometer) im Karwendel. Außerdem zählt zum Fuhrpark der Achenkircher Tirols einziges Polizei-Motorboot, mit dem die Beamten den Achensee überwachen.

Inzwischen arbeiten außer dem Kommandanten nur noch vier Beamte auf der Inspektion Achenkirch. Drei Polizisten wechselten in den vergangenen Jahren in den Ruhestand, die Stellen wurden bislang nicht nachbesetzt. Ein weiterer Beamter ließ sich auf eine andere Dienststelle versetzen. Sein Posten ist ebenfalls noch frei. Um den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten, müssen regelmäßig Polizisten vom 18 Kilometer entfernten Jenbach ins Achental pendeln.

Für Karl Moser, Bürgermeister von Achenkirch, wäre die Schließung der Inspektion „schlimm, vor allem, was die Sicherheit im Ort anbelangt. Außerdem sind wir eine Tourismusgemeinde.“