Letztes Update am Do, 01.09.2016 07:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Soziale Dienste siedeln die Traglufthallen-Bewohner ab

In den nächsten Wochen wechseln alle 177 verbliebenen Asylwerber aus Hall in kleinere Unterkünfte. Die Zukunft der Halle in Arzl bleibt offen.

© DomanigDie Traglufthalle in Hall.



Innsbruck, Hall – Die vieldiskutierte Traglufthalle in der Haller Zollstraße – wo in Spitzenzeiten bis zu 240 Asylwerber untergebracht waren – wird entsiedelt, bleibt aber als Notunterkunft bestehen. Das haben die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) gestern bekannt gegeben.

Die Halle sei von TSD und Land stets als „Einrichtung für den Akutfall“ betrachtet worden, erklärte TSD-Sprecher Georg Mackner, sie habe in Zeiten vermehrten Fluchtaufkommens „einen wichtigen Beitrag als vorübergehendes Notquartier“ geleistet. Doch Prämisse bei der Besiedelung „war und ist es, den dort lebenden Menschen ehestmöglich einen Platz in einem klein­strukturierten Standort der Grundversorgung zu ermöglichen“.

Bereits in den letzten Monaten seien insgesamt rund 100 Asylwerber in kleinere Quartiere gewechselt. Da die Fluchtbewegung derzeit schwächer sei, sei es nun möglich, alle in der Halle lebenden Menschen – aktuell sind es laut Mackner noch 177 – in bestehende Unterkünfte zu integrieren.

Übersiedlung in den kommenden Wochen

Die Übersiedlung habe man für die „nächsten zwei bis drei Wochen“ ins Auge gefasst. Kernaufgabe sei es, speziell Familien mit schulpflichtigen Kindern „schnellstmöglich in Landgemeinden zu übersiedeln und rasch mit dem Schuldienst in Kontakt zu treten“. Da sich die Lage aber rasch wieder ändern könne, bleibe die Traglufthalle eben als Notquartier erhalten, „um rasch und effizient reagieren zu können, wenn Menschen auf der Flucht kurzfristig ein Dach über dem Kopf benötigen“, so Mackner.

Wie die Haller Bürgermeisterin Eva Maria Posch dankte Mackner ausdrücklich für die „spontane Hilfsbereitschaft und das Engagement der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter“ in der Halle. Wie es mit der noch nicht besiedelten Traglufthalle im Innsbrucker Gewerbegebiet Mühlau-Arzl weitergeht, ist indes weiter offen. „Der bau- und feuerpolizeiliche Bescheid liegt vor, er nennt die Maßnahmen, die von den TSD vor Inbetriebnahme umzusetzen wären“, erklärt der fürs Flüchtlingswesen zuständige Stadtrat Franz X. Gruber (VP).

Nun liegt es an TSD

Wenn die TSD diese Auflagen umsetzen, „könnte theoretisch eine Benützung erfolgen“. Nun liege es an TSD und Land, „ob sie die Halle in Betrieb nehmen möchten“, so Gruber. Im Innsbrucker Gemeinderat würden jedenfalls „alle Fraktionen solche Großunterkünfte kritisch sehen“, gerade nach den Erfahrungen am Paschbergweg. „Niemand in der Stadt wird groß protestieren, wenn die Traglufthalle nicht oder maximal für Notfälle eröffnet wird.“

Laut Mackner befindet sich das Vorhaben in Arzl weiter in der „Prüfungs- und Abstimmungsphase“, die Gespräche zwischen TSD, Land und den Errichtern der Halle würden fortgeführt. Derzeit habe aber Hall Priorität. (md)