Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 19.12.2016


Landespolitik

Schett: Müll kostet Tiroler mehr als Bayern



Innsbruck – „Es kann nicht sein, dass in Ost- und Nordtirol der Müll fast doppelt so viel kostet wie in Südtirol oder Bayern“, kritisiert Impuls-Landtagsabgeordneter Josef Schett. Er hat sich am Markt schlau gemacht und Preise verglichen. Sein Fazit: „Wenn die Tiroler Müllverbände nicht in der Lage sind, marktgerecht zu arbeiten, braucht es eine tirolweite Lösung.“

Eine solche wurde bereits vor Jahren unter Altlandeshauptmann Herwig van Staa angestrebt. Nachdem die Landesregierung aber keine eigenständige Müllentsorgung für Tirol zustande brachte, lösen die Abfallverbände die Entsorgung unterschiedlich. Außerferner Müll wird beispielsweise in Kempten verbrannt. Der Müll aus dem Tiroler Zentralraum wird teils im Ahrental bei Innsbruck vorsortiert und danach zum Großteil in Linz oder Niederösterreich verbrannt. Das verursacht unterschiedliche Tarife und kostet den Steuerzahler unterschiedlich viel.

„In Osttirol liegen wir bei 190 Euro pro Tonne. Für die Bezirke Innsbruck, Innsbruck-Land und Schwaz läuft derzeit ein Tarifgenehmigungsverfahren“, berichtet Schett. „Beantragt wurde ein Preis von 197 Euro pro Tonne.“ In Deutschland lägen die Preise zwischen 40 und 120 Euro, sagt Schett. „Trient lässt in Bozen um 101 Euro pro Tonne verbrennen.“ Im Unterschied zur Tiroler Landesregierung konnte jene in Südtirol den Bau eines Müllofens umsetzen. Die unterschiedlichen Preise dürften in Verlängerung gehen. (aheu)




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