Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.01.2017


Exklusiv

101 neue Wohnungen sollen das Zeughaus „freispielen“

Immo-Deal zu Sicherheitszentrum führt nun zu einem Bauprojekt durch ARE und NHT. 22 Mio. € werden investiert, Start ist für 2018 geplant.

© bNach Süden ausgerichtet, sollen die gut 100 Wohnungen auf dem nördlichen Teil des Zeughaus-Areals situiert werden.Foto: ARGE Reitter-Hertl Architekten



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Es war einer der umfassendsten Immobilien-Deals in der jüngeren Geschichte der Landeshauptstadt. Um den Bau eines neuen Sicherheitszentrums in der Innsbrucker Kaiserjägerstraße zu ermöglichen, hatten sich Land, Stadt und die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), respektive deren Tochtergesellschaft ARE (Austrian Real Estate), im Jahr 2014 auf ein vielschichtiges Dreiecksgeschäft geeinigt. Ein Teil davon war und ist die Neuordnung und Teilverbauung des 24.000 m² großen Zeughaus-Areals mit Wohnungen. Demzufolge wurde das Zeughaus samt großem Grüngürtel (rd. 3300 m²) von der ARE ans Land verkauft. 9000 m² südlich des Zeughauses gingen kostenlos an die Stadt – die dortigen Lager und Gebäude sollen einem großen öffentlichen Park weichen. Der ARE wurde dafür zugestanden, den nördlichen Teil des Areals neu zu bebauen. Und zwar mit einer Bruttogeschoßfläche von rund 9500 m². Die Hälfte kann die ARE freifinanziert verwerten, weitere 20 Prozent gemäß Wohnbauförderrichtlinien. Der Rest muss in den sozialen Mietwohnbau gehen.

Zweieinhalb Jahre später wurde gestern das Siegerprojekt für diese Verbauung durch ARE und Neue Heimat Tirol (NHT) in Innsbruck vorgestellt. 68 Einreichungen hatten in einem Architekturwettbewerb um die Gunst der Jury gerungen – letztlich setzte sich der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Reitter-Hertl (Innsbrucker Büro Reitter Architekten ZT und Hertl.architekten ZT aus Steyr) einstimmig durch. Dieser sieht drei Baukörper vor. Darunter einen neuen Wohnturm mit zehn Obergeschoßen und einer Höhe von 32 Metern sowie einem langgezogenen drei- und einem kleineren fünfgeschoßigen Gebäude. Eine Tiefgarage (83 Stellplätze) soll alle drei Objekte verbinden, die Zufahrt über die Kapuzinergasse erfolgen. In Summe sollen 101 Wohnungen neu geschaffen werden.

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 22 Millionen Euro, sagte gestern BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss. Der Baustart soll 2018 erfolgen. Zuvor muss der Gemeinderat aber noch den Flächenwidmungsplan adaptieren und den Bebauungsplan erlassen. Läuft alles nach Plan, ist die Fertigstellung für Ende 2020 geplant.

BM Christine Oppitz-Plörer und Planungsstadtrat Gerhard Fritz fanden gestern nur lobende Worte für das Projekt. Das Siegerprojekt schaffe es, das Areal zu „beruhigen“ und soll zudem das denkmalgeschützte Zeughaus „freispielen“, wie Fritz betonte. Wichtig hierfür sei, hielt Weiss fest, dass der Grünraum zur Sill und zum Zeughaus freigehalten wird. Deshalb seien den Wohnungen in den Erdgeschoßen auch keine separaten Gärten zugewiesen.

Um das Projekt umzusetzen, müssen sechs Bestandsgebäude abgerissen werden. Teils sind sie noch bewohnt. Mit den betroffenen Mietern sei man im Gespräch, sagte Weiss. Das ebenfalls am Areal situierte BIG-Büro wird auch siedeln müssen – und zwar vorerst ins neue Sicherheitszentrum.