Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 07.02.2017


Unterinntal

Streit um Schutz vor Hochwasser

Nach dem Nein aus Radfeld und Zweifeln aus Kundl am Inn-Hochwasserschutzprojekt hagelt es gegenseitige Kritik der Politiker.



Breitenbach, Kundl – Die Diskussion über die Retentionsflächen im Unteren Unterinntal zwischen Brixlegg und Angath für das 250 Mio. Eur­o teure Hochwasserschutzprojekt am Inn beginnt sich in ein politisches Hickhack zu verwandeln. Nachdem es vom Kundler BMStv. Michae­l Dessl und dem Radfelder Bürgermeister Josef Auer Kritik an den Bauernvertretern gegeben hat, meldet sich BM LA Aloi­s Margreiter (VP) aus Breitenbach zu Wort. Er erinnert Dessl daran, dass man eine Umplanung des Projektes erreicht habe. Das bisher Vorgestellte müsse aber auch laut Margreiter noch verbessert werden, „aber in erster Linie haben die Gemeinden die Verantwortung für einen wirkungsvollen Hochwasserschutz zu tragen“, sagt der VP-Landespolitiker und fährt fort: „Wir, LHStv. Josef Geisler, Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger, Bezirksobmann Johann Gwiggner und ich, haben uns schon mehrmals in den einzelnen Gemeinden der Diskussion gestellt und werden alles unternehmen, um eine für die betroffenen Grund­eigentümer brauchbare Lösung zu finden.“

Margreiter weist aufs Schärfste die Kritik von BM Auer zurück, dass man der Einladung zu einer Gemeinderatssitzung nicht nachgekommen sei. Es sei vereinbart worden, dass „Fachleute und das externe Planungsbüro in den einzelnen Gemeinden das generelle Projekt präsentieren. Wenn sich Auer und Dessl profilieren wollen oder nach vielen erfüllten Punkten immer noch Nein sagen wollen, dann sollen sie es einfach sagen“, meint Margreiter. Für ihn sehe aber „die Verantwortung für den Hochwasserschutz, aber auch für die Vertretung der Grundeigentümer anders aus“.

Dessl wiederum schließt aus der Aussage von Hechenberger („Das kommt so nicht“), dass man den Gemeinden ein unausgereiftes Projekt vorgestellt habe. Er fordert vor der Grundsatzentscheidung in den Gemeinderäten einen aktuellen Planungsstand, die Zustimmung der Grundeigentümer, den genauen Aufteilungsschlüssel und die Kosten für die Gemeinden. (TT, wo)

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