Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.02.2017


Exklusiv

Pitscheider: „Ich bin keine zweite Wahl“

Kampflos will Innsbrucks Vize-BM Sonja Pitscheider NR Georg Willi nicht die grüne Führung überlassen. Sie warnt vor einer Blockade der Regierungsarbeit.

© IKM/HoferVizebürgermeisterin Sonja Pitscheider präsentierte heute die geplanten Maßnahmen, die aufgrund der Evaluierung des Parkraumkonzepts umgesetzt werden sollen.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Schneller als erwartet spitzt sich das Duell zwischen der amtierenden Innsbrucker Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider und Nationalrat Georg Willi um die grüne Spitzenkandidatur bei der Gemeinderatswahl 2018 zu.

Wie in einem Teil der Mittwochsausgabe berichtet, hat sich Willi nun dazu entschlossen, 2018 als grüner Bürgermeisterkandidat gegen die Stadt- und Für-Innsbruck-Chefin Christine Oppitz-Plörer in den Ring zu steigen. Er habe gute Karten, so Willi mit Verweis auf jüngste Umfragen. Hierzu muss Willi zuerst aber intern eine wichtige Hürde schaffen – nämlich die Wahl gegen Pitscheider am 28. April bei der Bezirksversammlung der Innsbrucker Grünen gewinnen. Denn Pitscheider ließ gestern keinen Zweifel daran, das Duell mit Willi anzunehmen.

„Natürlich stelle ich den Führungsanspruch. Ich bin Vizebürgermeisterin und keine zweite Wahl“, zieht Pitscheider in Richtung Willi die Glacéhandschuhe aus. Offenbar, so Pitscheider, sehe Willi Innsbruck nur als Polit-Zukunft, weil „er sich eines Nationalratstickets nicht mehr sicher ist“.

Die grüne Frontfrau greift Willi aber auch inhaltlich an. Aus der Opposition heraus lasse sich leicht „Blabla“ reden – sie selbst betreibe seit 2012 die Kür, nämlich Regierungsarbeit. Pitscheider selbst sieht sich in ihrer Arbeit als „erfolgreich“.

Ob dem grünen Klub mit diesem Führungsduell eine Spaltung drohe, kann Pitscheider nicht sagen. Der Klub müsse sich entscheiden, sagt sie: bürgerlich-konservativ (Willi) oder links-programmatisch. Sollte die Wahl auf Willi fallen, warnt Pitscheider, dass „die Regierungsarbeit auf ein Jahr blockiert ist“. Und auch ihre persönliche Polit-Zukunft in Innsbruck knüpft sie daran: „Wenn Willi Spitzenkandidat wird, werde ich nicht mehr kandidieren.“