Letztes Update am Mo, 13.02.2017 16:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mehrkosten

Gesamtpaket Patscherkofel soll 58 Millionen Euro kosten

58 statt 41 Millionen Euro: Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer präsentierte am Montag die Mehrkosten für das Projekt Patscherkofelbahn, das den Innsbrucker Hausberg zu einem ganzjährigen Ausflugsberg machen soll.

Die Kosten für die Umgestaltung des Innsbrucker Hausbergs sind deutlich gestiegen.

© Andreas Rottensteiner / TTDie Kosten für die Umgestaltung des Innsbrucker Hausbergs sind deutlich gestiegen.



Innsbruck – Ursprünglich waren es 41 Millionen Euro, nun soll das Gesamtprojekt Patscherkofelbahn-Neubau ganze 58 Millionen Euro kosten. Das hat Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz öffentlich gemacht. Die Mehrkosten betreffen in erster Linie die drei Hochbauten, die um über sieben Mio. Euro mehr kosten als ursprünglich geplant. In dem Gesamtpaket sind auch drei Mio. Euro für die Neugestaltung der alten Patscherkofelbahn-Talstation in Igls inkludiert – ebenso wie eine drei Mio. Euro schwere „Reserve“, da noch nicht alle Leistungen, etwa im Bereich der Hochbauten, ausgeschrieben sind, so Oppitz-Plörer. Der Innsbrucker Gemeinderat soll in seiner Sitzung am Mittwoch grünes Licht für das neue Finanzierungskonzept geben.

Seilbahn wurde günstiger, Hochbauten teurer

Etwas mehr als sieben Mio. Euro seien von den Patscherkofelbahnen mittels Gesellschafterdarlehens zu finanzieren, erklärte die Bürgermeisterin. Den Gesellschafterzuschuss leiste vorerst die Stadt Innsbruck. „Für das städtische Budget sind 47,8 Mio. Euro an Investitionen relevant“, sagte Oppitz-Plörer. Sie sprach von „sechs bis sieben Mio. Euro an Mehrkosten“.

Während die neue Seilbahn selbst günstiger geworden sei als angenommen und nun bei „etwas über zwölf Mio. Euro“ liege, kommen vor allem die drei Hochbauten teurer: 7,3 Mio. Euro mehr als ursprünglich eingeplant sind dafür aufzuwenden. Die Liftversetzung macht 714.000 Euro an Mehrkosten aus, die Energieversorgung 760.000 Euro und die Beschneinungsanlage 600.000 Euro. Zudem kämen Positionen hinzu, die „in keiner Kostenschätzung enthalten waren“. So sei etwa die Planungsleistung nur dem Grunde, aber nicht der Höhe nach angeführt gewesen.

Oppitz-Plörer verteidigte die ursprüngliche Kostenschätzung. Man sollte im Architekturwettbewerb bzw. bei der Ausschreibung mit „engem Kostenrahmen“ vorgehen. Es sei nicht absehbar gewesen, welche „Dimensionierung“ für die Hochbauten anzusetzen war, ergänzte Thomas Scheiber, der Geschäftsführer der Patscherkofelbahnen. „Wir sind von einer einfachen Gestaltung der Hochbauten ausgegangen“, argumentierte Scheiber.

„Langfristig das sinnvollste Projekt“

„Es ist langfristig das wirtschaftlich und infrastrukturell sinnvollste Projekt“, zeigte sich wiederum die Bürgermeisterin überzeugt. Der „Patscherkofel Neu“ habe einen „absoluten Mehrwert“ für die Innsbrucker Bevölkerung für die nächsten Jahrzehnte. Man plane nicht für die nächsten zehn oder 15, sondern für die nächsten 50 Jahre, betonte Oppitz-Plörer.

Die Kostensteigerung muss nun noch vom Gemeinderat abgesegnet werden. „Die Dinge sind im Laufen“, sah die Stadtchefin das Projekt voll auf Schiene. Bereits Ende März sollen die Baustellen eingerichtet, im Dezember die Bahn eröffnet werden. Sowohl naturschutzrechtlich als auch seilbahnrechtlich seien positive Bescheide erfolgt. Letzterer wurde aber vom Alpenverein angefochten, eine Entscheidung steht dahingehend noch aus.

Die Stadt hatte die Patscherkofelbahn im Jahr 2014 vom langjährigen Eigentümer, ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel um 10,7 Millionen Euro retour gekauft. Die neue Patscherkofelbahn, eine Einseilumlaufbahn mit Zehner-Kabinen, soll über eine Mittelstation (Höhe Patscher Alm) bis zur Bergstation verlaufen und alle Pisten bedienen. Auch eine Rodelbahn sowie die Adaptierung eines Speicherteichs ist unter anderem vorgesehen. (mami/TT.com, APA)