Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 01.03.2017


Bezirk Schwaz

Nur Sanierung kann Badesaison retten

Noch bevor das städtische Schwimmbad in Schwaz seine Pforten öffnet, muss viel Geld investiert werden. Es hapert im Bad an allen Ecken und Enden. Auch beim Regionalen Sportzentrum muss saniert werden.

Nur eine kostspielige Sanierung des Schwazer Schwimmbades kann die Badesaison 2017 noch retten.

© HammerleNur eine kostspielige Sanierung des Schwazer Schwimmbades kann die Badesaison 2017 noch retten.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Das Dach ist undicht, die Absorbermatten sind desolat, die Umwälzpumpen gehören getauscht, das Zutrittssystem sowie die Mess- und Regeltechnik sind veraltet: Die Begehung im städtischen Schwimmbad Schwaz hat erhebliche Mängel aufgezeigt. „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt“, gestand GR und Sportreferent Matthias Zitterbart (VP). Ohne eine sofortige Sanierung könnte die heurige Badesaison ins Wasser fallen.

„Es ist absolut dringend“, betonte Zitterbart in der letzten Schwazer Gemeinderatssitzung. Die letzte Generalsanierung liegt 15 Jahre zurück, daher müsse nun gehandelt werden. Doch die Kosten sind erdrückend. Die Mess- und Regeltechnik müsse von einer analogen auf eine digitale Steuerung umgestellt werden, denn Ersatzteile für die alte Steuerung seien nicht mehr verfügbar. Die Kosten dafür belaufen sich laut Angebot auf rund 30.000 Euro (alle Sanierungskosten sind als Nettopreise zu verstehen). Die beiden Umwälzpumpen müssen laut Sportreferent neu gelagert werden. Es gilt zudem Teile auszutauschen. Kostenpunkt: 5000 Euro. „Für einen ordentlichen Badebetrieb ist auch eine Sanierung der Garderobentrennwände und der Sanitäranlagen notwendig“, sagte Zitterbart. Die Materialkosten belaufen sich auf 8000 Euro. Die Arbeiten übernimmt der Bauhof. Nächster Kostenpunkt ist das Zutrittssystem, das mit einer Bankomatkarten-Funktion und einem Lesegerät fürs Freizeitticket aufgerüstet werden soll. Das Angebot dafür liegt bei 7500 Euro. Der größte Posten sind das undichte Dach und die desolaten Absorbermatten (zur Warmwasseraufbereitung). „Die Kosten für die Dachabdichtung werden aktuell ermittelt, die Kosten für die Erneuerung der Matten von etwa 60.000 Euro könnten mittels Übertragung auf die Stadtwerke abgewickelt werden“, erklärt Zitterbart.

Das alles muss laut ihm aber noch vor der heurigen Badesaison erledigt werden. Also bis Ende April.

Aber nicht nur die Zeit sitzt den Gemeinderäten im Nacken, sondern auch die Finanzierung. Rücklagen sind da. Aber für Eva-Maria Moser (FP) gehören solch große Summen diskutiert. „Ich verstehe die Notwendigkeit, aber das kann nicht in einem Umlaufbeschluss gemacht werden, sondern muss in einer Sitzung mit allen nötigen Infos besprochen und diskutiert werden“, sagt Moser. Ein Umlaufbeschluss funktioniert via E-Mail, wo man sein Okay oder die Ablehnung einfach mailt. „Davon bin ich aber bei solchen Summen kein Fan“, sagt Moser auf Anfrage der TT.

Tief in die Tasche greifen heißt es neben dem Schwimmbad auch beim Regionalen Sportzentrum. Nach 13 Jahren intensiver Nutzung sei der Kunstrasenbelag am Ende. Ein neuer muss her. Mit zugefrorenen Leitungen hat das Café InnSide zu kämpfen. „Die Wand muss unbedingt isoliert bzw. gedämmt werden“, so Zitterbart. Zudem sei der Unterbau der Kegelbahn eingesackt. Beim Hanak-Gebäude stehe die Sanierung des undichten Daches und der Fenster an. Zitterbart rechnet mit 30.000 Euro fürs Hanak-Gebäude, 100.000 Euro für den neuen Kunstrasen, 6000 bis 7000 Euro fürs Café InnSide und knapp 8000 Euro für die Kegelbahn. Als Zahler tritt aber nicht direkt die Stadt auf, sondern ihr Tochterunternehmen, die Schwazer Kommunalbetriebe.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Der Gemeinderat stimmte bei beiden Sportanlagen einstimmig für die Sanierungsarbeiten und -kosten.