Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 31.03.2017


Landespolitik

Patscherkofel kickt Olympia in den Herbst

Landesweite Olympia-Volksbefragung muss wohl auf den Herbst verschoben werden. Referendum fixiert.

© TT/BöhmSymbolfoto.



Innsbruck – Es war eine Stellvertreterdebatte im Landtag: Denn letztlich sind alle Fraktionen für eine verpflichtende Volksbefragung vor einer Bewerbung für Olympische Winterspiele 2026 in Tirol/Innsbruck. Die Liste Fritz funktionierte die Abstimmung aber zur einer Diskussion über eine politische Bindung des Ergebnisses auch in Innsbruck um. Das „doppelte Ja“ sorgte in den vergangenen Tagen für Auseinandersetzungen, in Innsbruck blitzten die Stadt-Grünen mit einem entsprechenden Antrag ab. „Das Land kann aber nur eine landesweite Befragung beschließen“, wand sich der grüne Klubchef Gebi Mair aus der von der Liste Fritz auf die Grünen zugespitzten Olympiaaffäre.

Doch insgesamt ist die Zweckbindung in Innsbruck kein Thema, schließlich würde nur ein Viertel der Bewerbe in der Landeshauptstadt stattfinden, lautete der einhellige Tenor von ÖVP, FPÖ, SPÖ und Impuls. Die Grundlage für die Volksbefragung wurde mit dem gestrigen einstimmigen Landtagsbeschluss geschaffen. Eigentlich wollte die schwarz-grüne Koalition die Bevölkerung bereits vor der Sommerpause abstimmen lassen, doch wie bei der Landtagswahl kommt erneut Innsbruck dazwischen. Und da der Hausberg Patscherkofel. Der Olympiaberg versprüht wegen der neuen Seilbahn um 58 Mio. Euro und der Verlegung der Bergstation derzeit negative Energien. Der Alpenverein hat eine Bürgerinitiative für eine Volksbefragung eingeleitet, und diese dürfte ebenfalls im Juni stattfinden.

Am Mittwoch haben deshalb Land und Stadt Innsbruck über den Termin für die Olympia-Befragung verhandelt. Fazit: Mit dem ursprünglich angedachten Zeitpunkt noch vor der Sommerpause dürfte es nichts werden, mit der Patscherkofel-Geschichte will man sprichwörtlich nicht übers Kreuz kommen. Sportreferent LHStv. Josef Geisler: „Wie bei den zwei Wahlen in Innsbruck und im Land benötigt es einen gewissen Zeitabstand. Wir wollen auch nicht, dass die Olympia-Bewerbung mit dem Patscherkofel vermischt wird.“ Im Hintergrund wird nämlich befürchtet, dass die Innsbrucker Kritiker des Patscherkofel-Vorhabens, das bereits umgesetzt wird, gleichzeitig gegen eine Olympia-Bewerbung mobil machen.

Eine Entscheidung wird allerdings erst nach Vorliegen der Machbarkeitsstudie getroffen. Darin sind Kosten, Sportstätten, Infrastrukturnotwendigkeiten und der Standort für das Olympische Dorf (Frachtenbahnhof Innsbruck) aufgelistet. Sollte sich die Politik für eine Kandidatur entschließen, wird die Volksbefragung dann wohl erst im Herbst stattfinden. (pn)