Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 25.04.2017


Wahlen in Tirol

Parteien setzen zum Endspurt an

Schwarz-Grün zieht heute Bilanz über die Regierungsarbeit. Im Herbst dürfte sich der Landtag auflösen. Wahlen nahen.

© boehm



Innsbruck – Die kleinste Oppositionspartei, die Liste Fritz, will im Spätherbst entscheiden, ob sie in Innsbruck antritt und einen Spitzenkandidaten ins Rennen um den Bürgermeistersessel schickt. Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider will abwarten, wie vor allem die Olympia-Befragung in Innsbruck ausgeht. „Ein Nein hätte Sprengkraft für die Stadtregierung“, meint sie. Der geplante Wahltermin für die Gemeinderatswahlen ist der 22. April, zerreißt es die Regierung, würde früher gewählt. Auf Landesebene ist klar, dass Haselwanter-Schneider die Liste Fritz in die Landtagswahl Ende Februar oder Anfang März führen wird.

Ein ehemaliger Mitstreiter und späterer Abtrünniger der Liste Fritz, Fritz Gurgiser, war 2013 mit eigener Partei dabei und mit 4,8 Prozent knapp am Einzug in den Landtag gescheitert. Ein Antreten dieses Mal „ist derzeit kein Thema“. Noch nicht festlegen möchten sich Impuls-Parteichefin Maria Zwölfer und ihr Mitkämpfer im Landtag Josef Schett. Eine etwaige Kandidatur will Impuls, vormals Vorwärts, „ins Auge fassen“. Klubobmann Hans Lindenberger ist nicht mehr dabei.

Gestern Abend reihten die Freiheitlichen ihre Kandidaten für die Nationalrats- und Landtagswahl. Die Listen werden am 3. Mai in Schwaz den freiheitlichen Sympathisanten präsentiert. Bundesparteichef Heinz-Christian Strache und Landesparteichef Markus Abwerzger möchten „die politische Wende einläuten“. Das ist wohl als offizieller Startschuss für die Wahlen zu sehen. Wann gewählt wird, sei eine Kaffeesudleserei, heißt es seitens der Partei. Es gebe zu viele Fragezeichen durch die anstehenden Volksbefragungen in Innsbruck und die Haltbarkeitsdauer der Bundesregierung. „Wir sind bereit“, sagt Abwerzger. Den Absprung vom Landtag nach Innsbruck macht Klubobmann Rudi Federspiel. Er dürfte sich Chancen ausrechnen, in die Stichwahl um den Bürgermeistersessel mit Christine Oppitz-Plörer zu gehen. Sie ist die derzeitige Stadt- und Für-Innsbruck-Chefin. Je mehr Frauen antreten, desto besser für Federspiel.

Die Weichen hat auch die SPÖ gestellt. Die Listen für die Landtags- und Nationalratswahlen sind abgesegnet. Drei Frauen führen die Roten an. Elisabeth Blanik für die Landtagswahl. Als Spitzenkandidatin in Innsbruck zauberte Blanik die ehemalige TT-Journalistin Irene Heisz aus dem Hut. Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl ist Frauenchefin Selma Yildirim. Die Roten rechnen damit, dass im Februar oder im März der Landtag, im April in Innsbruck und im Herbst 2018 der Nationalrat gewählt wird. Zumindest offiziell.

Als Neuling treten die NEOS in Tirol an. In Innsbruck ist ein Antreten fix, wenn auch noch unklar mit wem. Ob die Pinken auch für die Landtagswahl kandidieren, ließ die Partei offen. Im Sommer wollen sich die NEOS festlegen. (aheu)