Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.05.2017


Landespolitik

Gratisfahrten für Einheimische passé

17 Außerferner Bürgermeister lehnen die Forderung der DB Regio zur Außerfernbahn endgültig ab.



Von Helmut Mittermayr

Vils, Ehrwald, Garmisch-Partenkirchen – Für Einheimische ist die Entscheidung gefallen, in Sachen Urlaubsgästebeförderung wird hingegen weiterverhandelt. Die ansässige Bevölkerung muss auf der Außerfernbahn wieder normal bezahlen.

Am Mittwoch blieben nach der Bürgermeisterkonferenz noch 17 Ortschefs der beiden Planungsverbände Zwischentoren und Raum Reutte sitzen. Sie hatten noch über mögliche Beiträge der Kommunen zu Gratisfahrten der Einheimischen zu befinden. Die DB Regio hatte ja, wie bekannt, überraschend den Vertrag, der zuvor monatelang ausverhandelt worden war, gekündigt und fast doppelt so viel Geld für die Gratisbenutzung von den Außerferner Kommunen und Tourismusverbänden verlangt (die TT berichtete). Nachdem der Deal eigentlich schon geplatzt war, verhandelte Zugspitz-Arena-Tourismusvorstand Franz Dengg in München noch einmal nach. Über den Kompromiss-Vorschlag der DB Regio stimmten die Bürgermeister nun ab. Und ihre Antwort war eine klare: einstimmig Nein. Das vorliegende Vertragsangebot der DB Regio Süd betreffend Arena Express Bayern-Tirol im Sommer beziehungsweise Schneeexpress im Winter wurde abgelehnt.

Die betroffenen Verbandsgemeinden werden die Kooperation mit der DB Regio Süd, die den Personenverkehr auf der Außerfernbahn abwickelt, unter diesen Rahmenbedingungen nicht mehr weiterführen, erklärt der Ehrwalder Bürgermeister Martin Hohenegg als Sprecher der beiden Planungsverbände in dieser Causa. Zum einen würde die sehr wohl große finanzielle Belastung, zum anderen auch der nicht abschätzbare administrative Aufwand des Kartenverkaufs und die damit verbundene Ab- und Weiterverrechnung die Grundlage für diesen Beschluss bilden. Hohenegg führt an, dass zum Beispiel die Mehrkosten für Ehrwald und Lermoos gegenüber dem Erstvertrag fast 60 Prozent betragen hätten. Und dass, obwohl nun allen Einheimischen ab sofort ein halbjährlicher Selbstbehalt von 30 Euro geblieben wäre. Auch der Aufteilungschlüssel aus Kilometern, Einwohner- und Nächtigungszahl sei sehr undurchsichtig.

Die Bürgermeister glauben auch nicht, dass die dem Vertragsentwurf zugrunde liegenden Beförderungszahlen der Realität entsprechen würden. Anders gesagt: Wenn nun wieder bezahlt werden muss, werde die Bahn nicht mehr in dieser hohen Frequenz genutzt werden. Grundsätzlich bedauern alle, „dass diese bisher so erfolgreiche und für unsere Bevölkerung wertvolle Einrichtung aus den angeführten Gründen keine Fortsetzung erfährt“.

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Auch Franz Dengg bedauert die Entscheidung der Bürgermeister: „Das wäre einmalig in Tirol gewesen. Einheimische hätten eine Regionalbahn um 30 Euro pro Saison benutzen können.“ Die beiden betroffenen Tourismusverbände treffen sich nun am 22. Mai und beraten über den finanziellen Spielraum für Freifahrten ihrer Gäste. Dann wird Dengg den DB-Regio-Vorstand erneut kontaktieren.