Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.05.2017


Tirol

Olympia in Tirol mit Bozen und Garmisch

Das Angebot von Tirol/Innsbruck an das Internationale Olympische Komitee beinhaltet auch Eishallen in Salzburg, Garmisch und Bozen.

© Michael Kristen



Von Peter Nindler

Innsbruck – Für die Liste Fritz sind Olympische Spiele 2026 in Tirol ein Milliardenwahnsinn, für ÖVP, FPÖ, Impuls und Teile der SPÖ eine Chance. Die Grünen verhalten sich derzeit neutral und wollen der Machbarkeitsstudie nicht vorgreifen. Jedenfalls steigt vor der Präsentation der um 300.000 Euro beauftragten Machbarkeitsstudie die Nervosität. Ende Mai wird sie vorliegen. Nach Sichtung, Bewertung und Abstimmung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) werden Land Tirol, Stadt Innsbruck und das Österreichische Olympische Komitee Mitte Juni eine Entscheidung über eine mögliche Kandidatur von Tirol/Innsbruck treffen. Schließlich drängt die Zeit, bereits im Frühjahr 2018 beginnt das IOC mit dem Nominierungsprozess.

Für Sportreferent LHStv. Josef Geisler (VP) geht es insgesamt darum, dem IOC ein Angebot zu machen. „Was können wir leisten und was nicht.“ Adaptierungen bei den Wettkampfstätten wird es geben, „doch die Eisbewerbe wollen wir auch in Bozen, Garmisch oder Salzburg durchführen“. Zusätzliche Eishallen – bis zu sieben sind für Olympia notwendig – werde das Land nicht errichten, „weil sie nach den Spielen niemand benötigt“. Zur Durchführung der Veranstaltung steuert das IOC rund 850 Mio. Euro bei – das ist die Richtmarke für die Kosten. Graubünden kalkulierte zuletzt allerdings mit 1,5 Milliarden Euro.

Jedenfalls zeitig vor der Volksbefragung im September bzw. November benötigt es einen Beschluss der Bundesregierung über die Ausfallshaftung und die Übernahme der Sicherheitskosten. Das Finanzministerium bekräftigte gestern noch einmal, dass Tirol die „besten Voraussetzungen für ressourcenschonende Winterspiele“ habe. Auf Basis eines konkreten Zahlengerüsts und der Machbarkeitsstudie soll ein Ministerratsbeschluss vorbereitet werden. Derzeit werden im Finanzministerium die Rahmenbedingungen des IOC geprüft.

Olympia-Debatte

Klubchefin Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz): „Wir sagen ‚Nein‘ zur sündteuren Brot-und-Spiele-Politik. Es gibt sie nicht, die Mini-Spiele, sondern nur Maxi-Kosten.“ Klubchef Jakob Wolf (VP): „Die Vorwürfe der Liste Fritz sind unseriös. Seriös ist hingegen die Vorgangsweise der Regierung, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben und deren Ergebnisse abzuwarten.“ Klubchef Gebi Mair (Grüne): „Es benötigt Transparenz und Nachhaltigkeit. Das IOC muss auf diese Tiroler Bedingungen einsteigen.“ LA Thomas Pupp (SPÖ): „Die Machbarkeitsstudie ist abzuwarten, die Bewerbung muss sozial, transparent und nachhaltig sein. Ich sehe Chancen und Risken.“ FPÖ-Klubobmann Rudi Federspiel: „Wenn man die Spiele gut vorbereitet, könnten sich diese für Innsbruck und Tirol durchaus zu einem Geschäft entwickeln.“ Impuls-Chefin Maria Zwölfer: „Zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen, ist eine vernünftige Vorgangsweise.“