Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 22.05.2017


Landespolitik in Kürze

Von Pferdetritten gegen einen Politiker und teuren Gedenkfeiern

Der Haflingsstute gefielt vielleicht die Ansprache von ÖVP-Nationalrat Hermann Gahr nicht. Sie schlug aus, Gahr flog durch die Luft.

© dddDer Haflingsstute gefielt vielleicht die Ansprache von ÖVP-Nationalrat Hermann Gahr nicht. Sie schlug aus, Gahr flog durch die Luft.



Innsbruck - Einen „kleinen Blauen" in der Magengegend trug gestern ÖVP-Nationalrat Hermann Gahr davon. Bei der Jubiläumsausstellung des Haflingerzuchtvereins Weer wollte Gahr der Siegerstute die Schleife umbinden, als diese plötzlich ausschlug. Gahr sei zwei bis drei Meter durch die Luft geflogen, berichtete ein Augenzeuge. „Erschrocken bin ich schon. Ich bin aber sofort wieder aufgestanden", erklärte Gahr. Zum Glück sei ihm nichts weiter passiert. Der Zeitpunkt wäre schlecht gewesen, tritt doch Gahr wieder bei der Nationalratswahl an. Der kräftige Tritt hätte den Bauernbündler im Wahlkampf vorübergehend außer Gefecht setzen können.

Rund 5,2 Millionen Euro, davon 2,8 Millionen Euro vom Land Tirol, würden für die Feiern zum Kaiser-Maximilian-Jubiläumsjahr ausgegeben, kritisiert die Liste Fritz. Die Partei hat als einzige im Landtag gegen das Vorhaben gestimmt. „Wir fragen uns, ob das immer gleich so viel Geld sein muss", erklärt Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. „Kaiser Maximilian ist ein wichtiger Teil der Tiroler Geschichte und es wäre in Ordnung, anlässlich seines 500. Todestages im Jahr 2019 ein paar Gedenkveranstaltungen zu organisieren. Aber Schwarz-Grün muss immer gleich in die Vollen gehen." Neben dem Land würden auch die Stadt, die Tirol Werbung und der Tourismusverband Innsbruck Geld in die Feiern stecken. „Mindestens 5,2 Millionen Euro kostet das Maximilian-Jubeljahr und damit genauso viel, wie die schwarz-grüne Kürzung bei der Mindestsicherung einsparen soll", kritisiert Haselwanter-Schneider.

Einstimmig angenommen wurde letzte Woche im Landtag ein Antrag von der SPÖ. Demnach sollen, wenn Bedarf besteht, Hochschulstudiengänge für die Fächer Gebäudetechnik und Gebäude­automation und Smart Building eingerichtet werden. „In der Bauwirtschaft besteht eine steigende Nachfrage nach Fachkräften auf diesen Gebieten", argumentiert SPÖ-Parteichefin Elisabeth Blanik. Im Burgenland und in Salzburg würden solche Studiengänge bereits angeboten. Nun sprach sich der Landtag für eine Bedarfserhebung aus. (aheu)

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