Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.05.2017


Bezirk Reutte

Planungen rund um den Fernpass kosteten 267.000 Euro

LHStv. Josef Geisler legt in einer Anfragebeantwortung Bilanz über die bisherigen Maßnahmen. LA Zwölfer sieht „viel Geld für wenig Nutzen“.

© TscholIm vergangenen Jahr war die Dosierampel an der Umfahrung Reutte zum ersten Mal im Einsatz.



Von Alexander Paschinger

Lermoos, Reutte – Seit über einem Jahr befindet sich die Fernpassstrategie in ihrer Umsetzungsphase – Grund genug für die Lermooser impuls-Abgeordnete Maria Zwölfer, beim Tiroler Verkehrsreferenten LHStv. Josef Geisler nachzufragen. In seiner schriftlichen Anfragebeantwortung nennt Geisler 15 Maßnahmen in Umsetzung bzw. nennt für 13 Punkte auch die finanziellen Aufwendungen.

„Aufgrund der derzeitigen Umsetzungsphase beinhalten diese Zahlen teilweise Schätzungen bzw. Angebote, Teilrechnungen wurden bereits gestellt und gezahlt, diese jedoch im untergeordneten Ausmaß“, schickt Geisler voraus. Im Bereich öffentlicher Verkehr werden 28.000 Euro für die Plakatkampagne zur autofreien Anreise als Kosten angegeben, mit 5000 Euro wird die Tirol Werbung bei einem Mobilitätscoach unterstützt, 20.000 Euro an Planungskosten fließen in die Bahnhaltestelle Kreckelmoos sowie die Anbindung des Ehrenberg-Areals.

145.000 Euro kostet das Land der Anteil am österreichweiten EVIS-Reisezeitinformationssystem, 36.000 Euro die Planung von dynamischen Anzeigetafeln, und das Dosiersystem Reutte-Süd benötigt 11.000 Euro für Planung und 50.000 Euro für den Bau. Bei Baumaßnahmen sind hauptsächlich Planungskosten angeführt: 70.000 € für den Hochwasserschutz Lermoos, 10.000 € für die Anschlussstelle Bichlbach, 30.000 € verschlingt die Planung für den Lärmschutz Reutte-Süd (Baukostenschätzung 400.000 €) und in die Planung der Ertüchtigung des Radwegenetzes und die Beschilderung fließen noch einmal 50.000 €.

Im Bezirk Imst wurden die Hauptarbeiten für die Unterführung Walchenbach (Tarrenz) mit Gesamtkosten von 250.000 € bereits durchgeführt. Die Planung für den Straßenrückbau in Obsteig ist mit 40.000 € veranschlagt, der Bau dürfte 2,25 Mio. € in Anspruch nehmen.

„Es ist alles in Planung und alles kostet einen Haufen Geld“, kommentiert Zwölfer die Anfragebeantwortung, „aber wichtig wäre zu wissen, was es für einen Nutzen hat“. Sie rechnet vor, dass allein für die Planungen 267.000 € angeführt werden. „Das ist viel Steuergeld für wenig Nutzen.“

Die Lermooserin legt übrigens im Landtag nach: Sie verlangt eine vergleichende Studie zu Kosten und Effektivität von Fernpass-Scheitel- und Gartnerwandtunnel.

Landtag fordert Bahnstudie

Anfangs war es ein SPÖ-Antrag im Tiroler Landtag, mittlerweile haben sich auch ÖVP und Grüne angeschlossen: Die Landesregierung möge sich bei Bund und ÖBB darum bemühen, „um die Durchführung einer Machbarkeitsstudie für eine Bahntrasse zwischen dem Ehrwalder Becken und dem Inntal zu erreichen". Die Idee einer neuen Bahntrasse sei bereits im Rahmen der Fernpassstrategie angeregt worden. Durch die Fahrzeitverkürzung konkurriere man mit dem Pkw-Verkehr. Außerdem würde mit dieser Bahn das Oberland besser an München angebunden. Eine erste Denkschrift zu einer „Fernbahn" von Imst nach Reutte lag bereits im Jahr 1901 vor. (pascal)




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