Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.05.2017


bezirk imst

Petition für Bau des Tschirganttunnels im Finale

Tarrenz und Nassereith laden die Bevölkerung zur Information. Man will weitere Unterschriften sammeln, um den Druck zu erhöhen.

Tarrenz (Bild) und Obsteig sind von den Staus in der Reisezeit besonders betroffen. Vom Tschirganttunnel erhofft man sich Entlastung für die Anrainerbevölkerung.

© PaschingTarrenz (Bild) und Obsteig sind von den Staus in der Reisezeit besonders betroffen. Vom Tschirganttunnel erhofft man sich Entlastung für die Anrainerbevölkerung.



Von Matthias Reichle

Tarrenz, Nassereith – Nationalrätin Lisi Pfurtscheller und die Gemeinden Nassereith und Tarrenz werben noch einmal für den Bau des Tschirganttunnels. In beiden Orten wird es kommende Woche Infoveranstaltungen geben – man will dabei weitere Unterschriften für die Petition zum Ausbau der Fernpass-Route und zum Bau des Tschirganttunnels sammeln, die vergangenen Herbst im Nationalrat eingebracht worden ist.

Die Neuwahlen setzen nun nämlich auch die Unterschriftensammlung unter Druck. Man hatte mit einem Jahr mehr gerechnet, betont die Nationalrätin. Geplant war, das Thema in den Verkehrsausschuss zu bringen. „Schaden ist keiner entstanden“, erklärt die Reuttenerin. Pfurtschellers Hoffnung ist es, das Programm nach den Neuwahlen in etwaige Koalitionsverhandlungen einzubringen.

Online haben derzeit 1363 Personen unterschrieben, erklärt sie. Derzeit müssten jedoch noch Listen nachgetragen werden, auch die Unterschriften der Bürgermeister und Unternehmer, die gesammelt worden waren, seien in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt.

Die Petition wird am 13. Juni im Petitionsausschuss behandelt und soll Ende Juni in der vorletzten Plenarsitzung des Nationalrats in dieser Periode diskutiert werden. Bis dahin sei es noch möglich, die Petition zu unterschreiben.

„Wenn der Fernpass-Scheiteltunnel gebaut wird, wissen wir, dass der Stau noch schneller zu uns kommt“, betont der Tarrenzer Bürgermeister Rudolf Köll, für den es keine Alternative zum Tschirganttunnel gibt. Es sei wichtig, dranzubleiben. „Es hat sich eine gewisse Müdigkeit eingestellt“, betont der Dorfchef. Die Diskussion zum Tschirganttunnel sei bereits „zwei Generationen“ alt. „Ohne Tschirganttunnel wird das Problem in Westtirol nicht zu lösen sein.“ Auch der Nassereither Bürgermeister Herbert Köll spricht von einer „großen Entlastung“, die der Tunnel bringen würde. Widerstand gegen den Tschirganttunnel kommt aus Haiming – die TT berichtete. Dort wurde vor einer Woche eine Resolution verabschiedet, die sich für die Sicherungen der strategischen Wasserreserven im Tschirgantmassiv einsetzt.

In Lermoos hatte sich der Gemeinderat gegen jede weitere Tunnelvariante ausgesprochen, auch machten der Reuttener Bürgermeister Alois Oberer und der Biberwierer Dorfchef Paul Mascher im Außerfern gegen die Petition mobil. In Bichlbach regte sich bei einer Bürgerversammlung Widerstand gegen den Bau des Scheiteltunnels.