Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.06.2017


Bezirk Innsbruck-Land

Kuhstall droht die Schließung

Für einen Aldranser Großbauern endete gestern die Frist, Teile seines Stalls so umzubauen, dass sie dem Baubescheid entsprechen.

null

© Schnabl



Von Maximilian Schnabl

Aldrans – Die mögliche Sperre eines Kuhstalls in Aldrans markiert den vorläufigen „Höhepunkt“ eines seit mehreren Jahren schwelenden Konflikts. Zur Vorgeschichte: Mehr als drei Jahre ist es inzwischen her, dass das neu errichtete Stallgebäude eines Aldranser Großbauern, in dem unter anderem auch ein Melkstand und ein Kälberstall untergebracht sind, in Betrieb ging. Nachdem ein direkter Anrainer interveniert hatte, dass es für den Stall keine Benützungsbewilligung gebe und Teile des Neubaus nicht so errichtet worden seien wie in der 2013 erteilten Baubewilligung vorgeschrieben, kam es im Herbst 2016 zu einer Überprüfung durch die Gemeinde Aldrans. Bei dieser wurden tatsächlich Abweichungen zum genehmigten Bauplan festgestellt.

In einem von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Sachverständigengutachten, das der Tiroler Tageszeitung vorliegt, wurde unter anderem klargestellt, dass mehrere Fenster des Stallgebäudes durch Wände zu ersetzen sind. Der Aldranser Bürgermeister Hannes Strobl will über die geforderten Adaptierungen mit Verweis auf das laufende Verfahren nichts sagen. Im Allgemeinen komme es aber „bei größeren Bauprojekten immer wieder vor, dass Abweichungen zwischen Plan und Bauausführung durch bestimmte bauliche Maßnahmen auch im Nachhinein genehmigt werden können“.

Fakt ist, dass die Gemeinde dem Bauern im vergangenen Herbst eine zweimonatige Frist setzte, um festgestellte Mängel zu beheben. Nach einer Beschwerde durch den Landwirt beim Tiroler Landesverwaltungsgericht verlängerte dieses die Frist im März um weitere drei Monate – gestern lief sie ab. Laut Bürgermeister Strobl ist jetzt die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck am Zug, die den Stall letztlich sogar schließen lassen kann. Inwieweit dieser mittlerweile den Auflagen der Gemeinde entspricht und ob er eine Benützungsbewilligung erhält, lässt sich zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht in Erfahrung bringen. Wahrscheinlich ist, dass weitere Gutachten über die in den vergangenen Monaten getätigten Umbauten nötig sein werden.