Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.07.2017


Bezirk Kufstein

Musikschule Wörgl: Kauf auf Zeit umstritten

Kauf oder Miete? Das ist die Frage, die sich Wörgl bei der neuen Musikschule stellt und die für Diskussionen in der Politik sorgt.

(Archivbild)

© Otter(Archivbild)



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Heute soll der Wörgler Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für den Bau der neuen Landesmusikschule fällen. Ziemlich sicher ist, dass die Schule auf dem Fischerfeld-Areal in Zusammenarbeit mit dem Verein WIST (Wirtschaftshilfe für Studenten Innsbruck) entstehen wird. Die umstrittene Frage ist, ob die Stadt künftig Miete für die Schule bezahlt oder sie ganz erwirbt. Beide Optionen, so Bürgermeisterin Hedi Wechner (Liste Wechner), seien möglich.

„Beim aktuellen Musikschulprojekt, welches am Fischerfeld gebaut werden soll, ist keine Nachmittagsbetreuung für das Schulzentrum vorgesehen, obwohl das früher ein Hauptanliegen der Bürgermeisterin war“, kritisiert GR Michael Riedhart (Junge Wörgler). Er will wissen, dass die Wörgler Stadtregierung am Fischerfeld-Areal eine Musikschule bauen möchte, „welche nach 50 Jahren wieder in das Eigentum der WIST übergeht. Sozusagen ein Musikschulkauf auf Zeit“, schildert GR Riedhart.

Noch bedenklicher „als dieser Kauf mit Ablaufdatum“ seien für ihn die Instandhaltungskosten. „Wenn es sich um einen normalen Mietvertrag handeln würde, müsste der Eigentümer (WIST) für die Instandhaltung aufkommen. Bei diesem Vertrag mit finanziell negativen Auswirkungen für die Stadt würden wir die Musikschule ‚kaufen‘ und wären 50 Jahre lang für die Instandhaltung verantwortlich. Danach würde das Gebäude an die WIST übergeben und wir hätten viel Geld für nichts ausgegeben. Hier fehlt mir einfach der gemeindepolitische Weitblick, welcher für solch ein Projekt gefragt wäre“, so GR Riedhart weiter. Des Weiteren kann sich die Junge Wörgler Liste auch nicht vorstellen, dass die gleiche Summe an Fördermitteln für einen Kauf auf Zeit fließt.

Für BM Wechner gackert Riedhart „über ungelegte ­Eier“. Es gehe heute nur um einen Grundsatzbeschluss und es werde intensiv weiterverhandelt. „Wir beschließen nur die für die Stadt Wörgl optimalste Variante“, verspricht die Bürgermeisterin.




Kommentieren


Schlagworte