Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.07.2017


Bezirk Reutte

Opposition macht Mauer für Lechleitner Schule

© Walch



Von Helmut Mittermayr

Steeg, Innsbruck – Am Montag kam LR Beate Palfrader nach Steeg zu einer Aussprache mit Bürgermeister Günther Walch und betroffenen Eltern. Eine Einigung bezüglich der vom Land angeordneten Auflösung der Kleinschule Lechleiten (die TT berichtete) konnte nicht erzielt werden. Während Palfrader pädagogische Dimension und Nachteile für die Entwicklung der Schüler ins Treffen führte, betonten die Lechleitner vor allem die zu erwartenden Verluste für das Gemeinleben, wenn die Kinder untertags nicht mehr im Dorf sein werden.

Die Gemeinde Steeg wird jedenfalls gegen die Entscheidung des Landes berufen, aber auch über einen, wie von BM Walch schon angekündigt, Plan B beraten müssen. Gegen den Schulschließungsbescheid ist nämlich kein aufschiebendes Mittel zugelassen – und der nächste Schulbeginn steht schon in neun Wochen vor der Tür. Der Lehrer, der Jahrzehnte dort unterrichtete, wird vom Land abgezogen, und bis zu einer Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts können Monate vergehen.

Die Vorgänge rund um die nun angeordnete und von der Gemeinde und den betroffenen Eltern heftig bekämpfte Schließung der VS Lechleiten löst bei LA Maria Zwölfer, Bildungssprecherin von impuls-tirol, Unverständnis aus. „Warum muss ein gut funktionierendes System zerstört und dem kleinen Weiler Lechleiten das kulturelle Herz aus dem Leib gerissen werden?“ Die räumliche Nähe zu Warth und die hohe Ausbildungsqualität würden sogar sprengelfremde Kinder in den hochalpinen Weiler locken. Die Schließung dieser angesehenen Kleinschule mit geänderten Vorgaben einer modernen Pädagogik zu begründen, sei angesichts der nicht gerade berauschenden Ergebnisse unserer Schulen im internationalen Vergleich nicht verständlich.

Als ehemaliger Bürgermeisterin von Lermoos und begeisterter Lehrerin kommt LA Maria Zwölfer vieles rund um die Geschehnisse in Lechleiten bekannt vor. Zum einen der „sanfte Druck“ auf die Bürgermeister. Auch das Redeverbot für den betroffenen Lehrer der VS Lechleiten passe gut in dieses Bild.

FPÖ-Bezirks­obmann Fabian Walch traf sich mit den besorgten Eltern aus Lechleiten, die um den Erhalt ihrer Volksschule mit Oberstufe kämpfen. Für den Lechtaler Freiheitlichen ist die Sache klar: „Die Volksschule Lechleiten erfüllt alle rechtlichen Kriterien, womit mir nicht klar ist, worüber hier eigentlich diskutiert wird.“ Auch Bürgermeister und Gemeinderat würden dazu stehen. Er ist deshalb schon darauf gespannt, „welche Märchen den Lechleitnern von Palfrader aufgetischt wurden“. Die Freiheitlichen werden dazu einen Antrag im Landtag einbringen“, kündigte der Außerferner FP-Chef per Aussendung an.




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