Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.07.2017


Bezirk Kitzbühel

Frauen erhalten 500 Euro weniger

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St. Johann i. T. – Die SPÖ-Frauen haben die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen im Bezirk Kitzbühel analysiert. Das Ergebnis: Die Kitzbühelerinnen verdienen im Durchschnitt 1016 Eur­o netto im Monat, die Männer um 500 Euro mehr. „Damit verdienen Frauen in Kitzbühel um fünf Prozent weniger als im Tiroler Durchschnitt“, erklärte Landesvorsitzende Selma Yildirim gestern bei einer Pressekonferenz in St. Johann und nennt noch einen Vergleich: „Frauen in Kitzbühel verdienen um 42 Prozent weniger als der durchschnittliche Mann in Österreich und um 22 Prozent weniger als ein Mann in Kitzbühel.“

Die Gründe dafür seien unterschiedlich. „In der heutigen Gesellschaft gilt die Frau immer noch als Zuverdieneri­n. Bei den Gehaltsverhandlungen werden sie benachteiligt“, sagt Yildirim, die zusammen mit Bezirksfrauenvorsitzender Anna Grafoner und Claudi­a Hagsteiner, Bezirksspitzenkandidatin der SPÖ für die Landtagswahl, auf das Problem aufmerksam machen möchte. Außerdem würden Frauen immer wieder um Vordienstzeite­n umfallen.

„Im Bezirk Kitzbühel haben 31 Prozent der Frauen eine ganzjährige Vollzeitbeschäftigung. Bei den Männern sind es 51 Prozent“, schildert Yildirim. Das habe u. a. mit dem Angebot der Kinderbetreuungseinrichtungen zu tun. Zwar sei das Angebot an Kinderkrippen in den meisten Gemeinden ausgebaut worden, doch es gibt immer noch schwierige Zeiten für berufstätige Mütter. So gibt es im Bezirk durchschnittlich 39 Schließtage im Jahr in den Kindergärten und ca. 15 in Horten.

Um mehr Gerechtigkeit zu schaffen, seien laut den SPÖ-Frauen mehrere Maßnahmen erforderlich. Die Einkommenstransparenz gehöre genauso dazu wie zum Beispiel eine gerechte Aufteilung der Erwerbsarbeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Branchen, in denen viele Frauen arbeiten (z. B. Bereich Beherbergung), einkommenstechnisch aufzuwerten. (miho)