Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.07.2017


Osttirol

Sillian sagt offiziell Ja zur Skischaukel nach Sexten

Das 40-Millionen-Projekt, das UVP-pflichtig ist, hat nun auch das Ja des Sillianer Gemeinderates. Eine Überführung über die B100 ist geplant.

null

© Peter Leiter



Von Catharina Oblasser

Sillian – Jetzt ist es auch formell besiegelt: Die Marktgemeinde Sillian fasste am Mittwochabend den Grundsatzbeschluss (mit einer Stimmenthaltung) für das Projekt Skischaukel Sillian-Sexten, erklärt Bürgermeister Hermann Mitteregger. Damit hat der Bürgermeister auch das Mandat, mit den Projektanten zu verhandeln. Es geht um Grundstücke und Servitutsrechte, die die Projektbetreiber von der Gemeinde brauchen.

Die Betreiber, das sind die Südtiroler Drei Zinnen AG und die HS-Beteiligungs-GmbH des Zillertaler Liftunternehmers Heinz Schultz. Schultz betreibt in Sillian bereits das Skigebiet Thurntaler. Die beiden Gesellschaften haben für die geplante Skischaukel gemeinsam die „Hochgruben Seilbahn AG“ gegründet, jeweils mit einem Anteil von 50 Prozent.

Das Vorhaben ist 40 Millionen Euro schwer, teilt Heinz Schultz auf Anfrage der TT mit. „Es ist auch UVP-pflichtig. Eingereicht ist aber noch nichts“, so der Unternehmer. Ist die Skischaukel einmal fertig, wird sie auch mit dem Schultz’schen Thurntaler verbunden sein. Geplant ist die Skischaukel-Talstation auf dem Parkplatz des Dolomiten-Sporthotels, das jedoch von der Thurntaler-Talstation durch die Bundesstraße getrennt ist. Damit die Skifahrer zum Umsteigen von der einen auf die andere Bahn nicht direkt über die Straße gehen müssen, kommt eine Lösung wie im Südtiroler Vierschach in Frage. Dort führt von der Bahnstation ein Gang in etlichen Metern Höhe über die Bundesstraße und weiter zur Liftstation.

Im Moment haben jedoch erst einmal die Verhandlungen mit den rund 40 betroffenen Grundeigentümern Priorität. Ein wichtiger Grundbesitzer ist hier die Pfarre Sillian. Prinzipiell treffe nicht der Pfarrkirchenrat vor Ort die Entscheidung, sondern die Liegenschafts-Abteilung der Diözese Innsbruck, sagt Dekan Anno Schulte-Herbrüggen. „Unsere Meinung wird aber sehr wohl gehört“, meint er. „Zurzeit haben wir die Bereitschaft, uns das näher anzuschauen, mehr aber nicht.“ Auch der Alpenverein Sillian will vor einer Entscheidung noch genauere Informationen einholen. Mit der Sillianer Hütte, die in der Nähe des Projektgebietes liegt, hat der Alpenverein auch Anrainerstatus. Die Gemeinde Heinfels muss ebenfalls über eine Mini-Gemeindefläche abstimmen.