Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 21.09.2017


Bezirk Schwaz

Wasser marsch für drei Orte im Zillertal

Die Wasserverbundleitung zwischen Ried und Aschau wurde gestern in Betrieb genommen. Weitere Partner sind willkommen.

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© Dähling



Von Angela Dähling

Aschau – Wenn Aschaus Bürgermeister Andreas Egger und sein Vorgänger LHStv. Josef Geisler an die Anfänge des Wasserverbandes Aschau-Ried-Kaltenbach denken, bekommen ihre Gesichter auch heute noch einen sorgenvollen Ausdruck. Die Idee, eine gemeindeübergreifende Wasserversorgung herzustellen, löste Diskussionen über den „Ausverkauf des Wassers“ aus, stieß in Gemeidestuben auf Widerstand und hatte später auch Gerichtsverfahren mit Grundeigentümern zur Folge.

Doch das ist Vergangenheit. Gestern konnten Egger als Obmann des Wasserverbandes und Geisler gemeinsam mit Rupert Ebenbichler (Geschäftsführer Wasser Tirol) am Distelberg die Turbine für das gemeindeeigene Wasserwerk mit 30 kW Leistung in Betrieb nehmen. Zudem werden nach eineinhalb Jahren Bauzeit die Kogelquellen in das Verbundsystem eingeleitet und auch der Verbund hat ein 45-kW-Kraftwerk errichtet. „Wasser kennt keine Gemeindegrenzen und ist Allgemeingut“, betonte Geisler, der hofft, dass sich dem Pilotprojekt weitere Gemeinden anschließen. Laut BM Egger hat sich das System schon vor kompletter Fertigstellung der Steuerungssysteme bewährt. Die Gemeinde Ried habe schon dreimal aufgrund von Wasserknappheit auf das Verbundwasser zurückgegriffen und auch in Aschau war dies im Dezember nötig. Alle Gemeinden betreiben parallel weiterhin ihre eigene Wasserversorgung.

„Wir hatten 2010 den Ist-Zustand der Wasserversorgung im Zillertal erhoben und mussten feststellen, der Spielraum für die Zukunft war extrem klein“, sagt Ebenbichler. So entstand die Idee, ein „Trinkwasser-Rückgrat“ zu schaffen. So wie die Kogelquelle und die Schrambachquelle, die demnächst in die Verbundleitung eingespeist werden soll, können weitere größere Quellen angeschlossen und auch die Ringleitung modulartig erweitert werden. Uderns habe bereits Interesse angemeldet.

Die Kosten von 5,5 Mio. Euro werden zur Hälfte von Bund und Land gefördert.

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