Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.10.2017


Exklusiv

Euregio klagt Brüssel Transit-Nöte

Die Landeshauptleute von Tirol, Südtirol und dem Trentino wollen heute in Brüssel die Verkehrsbelastung thematisieren.

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© TT/BoehmSymbolbild.



Innsbruck – Mit zu erwartenden 2,2 Millionen Lkw-Fahrten heuer über den Brenner ist für Tirols Landeshauptmann Günther Platter die Kapazitätsgrenze erreicht. Er lässt von Europarechtler Walter Obwexer Maßnahmen gegen den Transitverkehr prüfen. Eine davon war am 4. Oktober sichtbar. Bei Kufstein-Nord wurden Lkw blockweise abgefertigt, um Megastaus wie sie Tirol im Juni erlebt hatte, zu vermeiden.

Verkehr wird ein Schwerpunktthema bei der heutigen Plenarsitzung des Ausschusses der Regionen sein. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher wird bei einer Tagung über die makroregionale Alpenstrategie EUSALP in Brüssel sprechen. Die Konferenz, zu der Vertreter aus verschiedenen Alpenländern erwartet werden, wird unter der Federführung Südtirols im Rahmen der Open Days, der europäischen Woche der Regionen und Städte, veranstaltet. Die Alpenregionen haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Zahl der Lkw auf eine Million Fahrten über den Brenner zu begrenzen. Ein Ziel, das sich auch im EU-Weißbuch Verkehr wiederfindet, von dem aber alle Beteiligten meilenweit entfernt sind.

Ein Hoffnungsschimmer, die Fahrt über den Brenner unattraktiver zu machen, ist die Korridormaut. Tirol hat seine Mautgrenzen für Lkw ausgereizt, nicht aber Südtirol und Bayern. Während sich in Bayern derzeit nichts tut, könnte sich in Südtirol ein günstiges Zeitfenster öffnen. In Alpbach hatte Kompatscher gemeint, die Maut erhöhen zu wollen. Voraussetzung dafür sei aber, dass Südtirol die Konzession für die Brennerautobahn zufiele.

LH Platter erwartet sich vom Treffen der Euregio-Vertreter erste Ergebnisse in der Verkehrsfrage. Beim Forum Alpbach sei der Prozess angestoßen worden, nun müssten weitere Schritte folgen, meinte Platter gestern. Anfang Dezember ist ein Verkehrsgipfel in Tirol geplant. Spätestens dann wird es konkrete Maßnahmen im Kampf gegen die Verkehrsbelastung brauchen. Die Schadstoffwerte in Tirol sind zu hoch. (aheu)