Letztes Update am Fr, 13.10.2017 15:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia-Volksbefragung

Olympia-Befürworter sehen riesige Chance, Liste Fritz rät zu Nein

Olympia-Befürworter und Gegner hielten am Freitag ihre Abschluss-Kundgebungen ab. Vertreter aus Land, Stadt, ÖOC und Austragungsgemeinden orteten eine positive Stimmung für die Volksbefragung. Die Liste Fritz hat indes zu einem Olympia-„Nein“ aufgerufen.

ÖOC-"General" Peter Mennel, LH Günther Platter, Hochfilzen-Bgm. Konrad Walk, Benni Raich, Seefeld-Bgm. Werner Frießer, LHStv. Josef Geisler, Innsbrucks Vize Christoph Kaufmann, St. Anton-Bgm. Helmut Mall, Stadtrat Franz Gruber, Silz-Bgm. Helmut Dablander.

© its/oylmpia2026ÖOC-"General" Peter Mennel, LH Günther Platter, Hochfilzen-Bgm. Konrad Walk, Benni Raich, Seefeld-Bgm. Werner Frießer, LHStv. Josef Geisler, Innsbrucks Vize Christoph Kaufmann, St. Anton-Bgm. Helmut Mall, Stadtrat Franz Gruber, Silz-Bgm. Helmut Dablander.



Innsbruck – Zwei Tage vor der Volksbefragung für eine mögliche Bewerbung Tirols/Innsbrucks für Olympische Winterspiele 2026 haben die Befürworter nochmals die Werbetrommel für ein „Ja“ aus der Bevölkerung gerührt. Vertreter aus Land, Stadt, ÖOC und den Austragungsgemeinden orteten eine positive Stimmung für die Volksbefragung am Sonntag.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) strich nochmals die Pro-Argumente für Winterspiele hervor und nannte dabei unter anderem die Beschäftigung, Wertschöpfung und das Entstehen von leistbarem Wohnraum. Gleichzeitig mahnte er aber auch die Bevölkerung, nicht die „Unwahrheiten“ zu glauben, „die verbreitet werden“ und sprach damit die Oppositionspartei Liste Fritz an, die seit Wochen Stimmung gegen Olympische Spiele machte. Es seien sehr viele Unwahrheiten verbreitet worden, stieß auch LHStv. und Sportlandesrat Josef Geisler (ÖVP) ins selbe Horn. „Der Liste Fritz geht es nicht um Olympia, sondern um ihren politischen Überlebenskampf“, so Geisler.

Platter: „Unsere Spiele, nach unseren Regeln“

Platter richtete zudem einen Appell an die Tiroler Bevölkerung, ihm zu vertrauen. „Die Tiroler wissen, dass ich einer bin, der auf die Finanzen schaut. Ich stehe den Bürgern im Wort, dass nur unter unseren Bedingungen ein Vertrag mit dem IOC abgeschlossen wird“, betonte er und wiederholte erneut den Leitsatz „unsere Spiele, nach unseren Regeln“.

ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel bekräftigte, dass die Agenda 2020 des IOC (Anm., Internationales Olympisches Komitee) eine Trendwende eingeleitet habe. Man sei heute in der einmaligen Situation, dem IOC als Verhandlungspartner auf Augenhöhe entgegen zu treten. „Wir unterschreiben keinen Vertrag, der nicht unseren Vorstellungen und dem Innsbruck/Tirol Angebot entspricht“, sagte Mennel. Das ÖOC sitze mit Land und Stadt in einem Boot.

Auch Ex-Skistar Benjamin Raich, der in den vergangenen Wochen als „Olympia-Botschafter“ durch das Land getourt war, meinte, dass er für die Volksbefragung ein „sehr, sehr gutes Gefühl“ habe. „Ich hoffe als Sportler, aber auch als Tiroler und als Jungvater, dass das gut geht“, meinte Raich.

Aktivisten warfen Spielzeuggeld vom vierten Stock des Landhauses.
Aktivisten warfen Spielzeuggeld vom vierten Stock des Landhauses.
- Liste Fritz

Liste Fritz rief zu Olympia-Nein auf

Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Obmann Fritz Dinkhauser von der Liste Fritz haben am Freitag hingegen zu einem „Nein“ aufgerufen. Im Rahmen einer Pressekonferenz fasste man nochmals die eigenen Positionen zusammen und sprach von einer „politischen Farce“. Kurzfristig musste die Pressekonferenz vom Landhausplatz ins nahegelegene Büro der „Liste Fritz“ verlegt werden. Die Liegenschaftsverwaltung hatte den Landhausplatz nicht freigegeben. „Mit welchen Bandagen man hier kämpft“, gab sich Listen-Chef Dinkhauser wenig amüsiert. Von einer olympiakritischen Aktion ließ man sich dennoch nicht abhalten. Mit vorgehaltenen Masken der Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Landeshauptmann Günther Platter und ÖOC-Präsident Karl Stoss warfen Aktivisten Spielzeuggeld vom vierten Stock des Landhauses nicht nur sprichwörtlich zum Fenster hinaus.

Nach der „Fensterwurf-Aktion“ nannte Andrea Haselwanter-Schneider Zahlen: „Hier werden 15 bis 20 Millionen Euro Steuergeld verschwendet“, führte sie an. Sie betonte auch, dass ein „Ja“ am Sonntag zu Olympia bedeute, dass der Bewerbungsprozess beginne und für diesen eben diese Summe investiert werden müsse. „Wenn wir den Zuschlag nicht bekommen, dann ist das Geld futsch“, formulierte sie. Sie vermisse außerdem unter anderem eine Kostenschätzung zum Thema Sicherheit bei den Spielen.

„Eine Lüge nach der anderen“, ortete wiederum Dinkhauser. Es sei „zutiefst unanständig“, dass man das Volk einerseits befrage, andererseits mit politischer Werbung in Millionenhöhe sage „was es tun soll“. Auch die „manipulative Frage“ kritisierte er scharf. (TT.com)