Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 01.11.2017


Osttirol

Müll: Alle setzen auf eine Karte

Über eine Bürgerkarte sollen Osttiroler künftig ihren Müll an allen Sammelstellen im Bezirk abgeben können. Geplant sind weniger, aber größere Zentren.

© OblasserJe sorgfältiger der Abfall sortiert ist, desto höher ist der Preis, den man für die Altstoffe erzielt. Hier ein Bild der Osttiroler Abfallwirtschaftsfirma Rossbacher.Foto: Oblasser



Von Catharina Oblasser

Lienz – Der Abfallwirtschaftsverband Osttirol strebt mit einem neuen Entsorgungs-System nach mehr Professionalität, Qualität und Bequemlichkeit bei der Abgabe von Altstoffen, wie etwa Sperrmüll, Altholz, Altmetall oder Problemstoffen. Ziel ist es, acht bis zehn Sammelzentren zu errichten, die sich gleichmäßig über den Bezirk verteilen.

Praktisch für die Bevölkerung: Das neue System würde es den Osttirolern erlauben, ihre Altstoffe in jedem beliebigen dieser neuen Sammelzentren abzugeben. Beispiel: Der Deferegger oder Villgrater, der zum Einkaufen nach Lienz fährt, kann nebenbei auch gleich seine alten Holzstühle oder den Sack Batterien loswerden. Zurzeit gilt noch das Prinzip: Abgabe nur in der Heimatgemeinde.

Machbar wird die bezirksweite Entsorgung mithilfe einer elektronischen Bürgerkarte, die jeder Haushalt erhält, erklärt Georg Rainer, Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes. „Diese Karte öffnet den Zufahrtsschranken zu den neuen Sammelzentren. Außerdem ist die Karte nützlich, wenn für die Entsorgung von bestimmten Stoffen Gebühren anfallen. Diese können über die Karte abgerechnet werden.“

Zurzeit kümmert sich jede der 33 Gemeinden selbst um die wiederverwertbaren Altstoffe ihrer Bürger. In vielen, aber nicht in allen Gemeinden gibt es einen Recyclinghof für die gängigsten Stoffe. Mit Ausnahme von Lienz sind die Öffnungszeiten dort aber meist auf wenige Wochenstunden beschränkt. Altstoffe wie Sperrmüll, Altöl oder Lacke kann man mancherorts nur ein- bis zweimal pro Jahr abgeben.

Neben der Bürgerfreundlichkeit hätte das neue Konzept noch weitere Vorteile, erklärt Georg Rainer: „Die neuen Zentren haben lange Öffnungszeiten, in denen sich hauptberufliche Profis um die Trennung der abgegebenen Stoffe kümmern. Zum Beispiel können sie Alteisen nach dem Reinheitsgrad sortieren. Je reiner der Altstoff, desto mehr Geld bringt er im Weiterverkauf.“ Wo genau die acht bis zehn neuen Sammelzentren entstehen sollen, ist noch offen. Auf jeden Fall müssten sie für alle Bürger gut erreichbar sein, sagt Obmann Rainer.

Nun bietet der Abfallwirtschaftsverband Osttirol allen Gemeinden im Bezirk an, dieses Konzept so bald wie möglich umzusetzen. Das Land, das alle Arten von Gemeindekooperationen gutheißt, hat bereits eine kräftige Förderung in Aussicht gestellt. Für die einzelnen Gemeinden sollte der Umstieg auf das neue System keine Mehrkosten bedeuten, glaubt Georg Rainer. Nun fehlt nur noch das Ja der 33 Osttiroler Kommunen.