Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.11.2017


Innsbruck

Verbauung des Frachtenbahnhofs: Entwicklung auch ohne die Ringe?

Einige der Versprechen aus der gescheiterten Olympiabewerbung sollen weiterverfolgt werden. Landtag und Gemeinderat berieten.

© BöhmDas Frachtenbahnhofareal soll auch ohne Olympia verbaut werden.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Es war so etwas wie ein olympisches Nachwatten. Die Bewerbung Innsbrucks und Tirols um die Winterspiele 2026 ist bekanntlich am Nein der Bevölkerung gescheitert. Doch kann eine positive Entwicklung von Stadt und Region auch ohne die Ringe funktionieren? Das stellten gestern im Gemeinderat die Grünen zur Debatte. Auf Landesebene war es die Liste Fritz, die zumindest einige der damaligen Versprechen weiterverfolgen will.

Zuerst zur Stadt. Die Frage, wie sich die Stadt künftig entwickeln solle, müsse man sich auch ohne Olympia stellen, forderte gestern Grünen-Klubobfrau Uschi Schwarzl ein. Leistbares Wohnen, Freiraumschaffung und Natur schützen – „wir stehen vor großen Herausforderungen“, sagte auch Planungsstadtrat Gerhard Fritz. Hier sei die Stadt aber gut aufgestellt. Die FPÖ sieht das keineswegs so. Der Patscherkofel sei „ein Schlachtfeld“, Bäume würden laufend gefällt, so Johann Überbacher. Und bei der versprochenen Verbauung des Frachtenbahnhofareals mit Hunderten Wohnungen gebe es keine Studie über die Kosten dieser Gründe. FP-GR Christian Haager konnte sich auch über die jüngste Kritik von ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel zum Zustand der Bergiselarena ärgern. Vor der Volksbefragung sei noch versichert worden, alle Sportanlagen seien top, man sei also „nach Strich und Faden belogen worden“, resümiert Haager.

FI-Klubobmann Lucas Krackl bejahte, dass es auch ohne Olympia darum gehen müsse, den Lebensraum in und um Innsbruck zu erhalten. Zur Frachtenbahnhofverbauung gebe es eine Studie: „Nur, wir haben die Grundstücke nicht.“ Und StR Franz Gruber (VP) erinnerte gar, dass für vieles das nötige Geld eben nur mit Olympia gekommen wäre.

Im Landtag wurde ein Abänderungsantrag von Schwarz-Grün zu einer Initiative der Liste Fritz einstimmig angenommen. Demnach soll die Landes- die Stadtregierung dabei unterstützen, mit Bund und ÖBB in Verhandlungen zu treten, um das Frachtenbahnhofareal doch für eine Verbauung zu gewinnen.


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Südtirol-Wahl 2018
Südtirol-Wahl 2018

So hat Südtirol gewählt: SVP-Verluste, Debakel und Überraschungen

Die Südtiroler Landtagswahlen sind geschlagen und die SVP fällt auf einen neuen Tiefststand. Die Lega Nord und das Team Köllensperger sind die großen Sieger. ...

Südtirol-Wahl 2018
Südtirol-Wahl 2018

Zufriedenheit, Frust und Jubel: Die Reaktionen zur Südtirol-Wahl

Nach der Landtagswahl in Südtirol zeigte sich Landeshauptmann Kompatscher trotz der Verluste mit dem Ergebnis zufrieden. Während das Team Köllensperger und d ...

Exklusiv
Exklusiv

112.600 Tiroler gefährdet: Armut und ihre Folgen greifen um sich

Knapp jede siebte Person in Tirol ist von Armut bedroht. Im Schnitt steht ihnen nur ein Haushaltseinkommen von 10.728 Euro im Jahr zur Verfügung. Knapp 15 Pr ...

Exklusiv
Exklusiv

Eine große Ehre auf Regimentskosten

Am Festakt 100 Jahre Republik von Salzburg in Wien nehmen auch die Traditionsverbände von Matrei in Osttirol teil. Daraus wurde ein zweitägiger Ausflug für 2 ...

Exklusiv
Exklusiv

Das G‘riss um die Schüler in Tirol

Ab 1. Jänner soll durch Qualitätsmanager in der Bildungsdirektion der Schülerstorm besser organisiert werden. Den größten Verteilungskampf ortet der Landesel ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »