Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.12.2017


Exklusiv

P3-Kompromiss bahnt sich an

Um eine Mehrheit im Bauausschuss zu bekommen, dürfte Pema-Chef Schafferer seinen dritten Turm um zwei Geschoße kappen. Hotel bekommt 240 Betten.

© Architekturbüro Heinlein&ZierlDer Bestand an der Innsbrucker Südbahnstraße soll dem neuen – um zwei Geschoße reduzierten – P3-Turm weichen.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Nach der letzten Sitzung des Innsbrucker Bauausschusses schien ein Kompromiss in weiter Ferne. Doch nun ist wieder Bewegung in die Diskussion um das Siegerprojekt des dritten Pema-Turms im Umkreis des Hauptbahnhofes (Südbahnstraße) gekommen. Am Rande der gestrigen Gemeinderatssitzung sickerte durch, dass sich Pema-Chef Markus Schafferer und die Mehrheit der Ausschussmitglieder auf eine Lösungsvariante geeinigt haben.

Demnach soll der aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Siegerentwurf um zwei Regelgeschoße gekappt werden. Damit, so bestätigt Ausschussvorsitzender Lucas Krackl (FI) auf TT-Anfrage, würde auch die derzeit noch bei rund 34.600 Kubikmetern liegende Kubatur des Projekts auf jenes Höchstmaß von 29.700 m³ zurückgestuft werden, welche die Politik einst Schafferer vorgegeben hat. Auch seien eine Cofinanzierung Schafferers bei der Vorplatzgestaltung, die Zugänglichkeit zur Sky-Lounge und kleinere Handelsflächen mit ihm paktiert.

Im Gegenzug lässt die Stadt alle weiteren Wünsche nach einer zusätzlichen öffentlichen Nutzung fallen. Hier war stets eine Übersiedelung des Programmkinos Cinematograph angedacht. Die Stadt werde sich hinsichtlich des Kinos um einen anderen Standort als P3 bemühen, sagt Krackl.

Was die künftige Größe des Motel-One-Hotels, das Schafferer im P3 unterbringen will – die Verträge sind bereits unterschrieben –, betrifft, soll Schafferer nun eine Anzahl von 240 Zimmern anpeilen. Zuletzt war nur von 200 bis 220 Zimmern die Rede. Das dürfte der ÖVP sauer aufstoßen. Sie forderte bis zuletzt eine Begrenzung auf lediglich 160 Zimmer. Wirtschaftskammer und lokale Hoteliersgrößen haben bereits bei der Politik für eine Reduzierung interveniert.

Auch wenn die ÖVP aufgrund der nicht genehmen Hotelgröße dem P3-Kompromiss wohl keinen Segen geben dürfte, so scheint Schafferer eine Mehrheit im kommenden Bauausschuss (und in der Folge im Gemeinderat) sicher zu sein. Sowohl FI als auch Grüne und SPÖ hätten sich mit Schafferer auf diesen Vorschlag geeinigt, versichert Krackl und spricht von einer „fairen Lösung für alle Seiten“: „Die intensiven Gespräche der letzten Wochen haben gefruchtet.“ SPÖ-Stadtparteichef Helmut Buchacher bestätigte gestern, dass die Roten zu dieser Lösung stehen werden. Auch aufgrund der Signalwirkung: „Es war uns immer wichtig, dass für alle Investoren die gleichen Regeln gelten.“ Die Grünen wollten sich vorerst nicht zur Causa äußern.

Schafferer weilte gestern in New York. Er hält sich noch bedeckt: „Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit der Stadt.“ Die nächste Ausschusssitzung, so Schafferer, werde aber für das Projekt „richtungsweisend“ sein.