Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.01.2018


Tirol

Harsche Kritik der Liste Fritz an Wohnpolitik des Landes

© Liste FritzAndrea Haselwanter-Schneider: "Unsere Ideen wurden vielfach schubladisiert."



Innsbruck – Dass 77 Prozent der Tiroler in der TT-Umfrage leistbares Wohnen als zentrale Aufgabe der künftigen Landesregierung bezeichnen, überrascht Liste-Fritz-Klubchefin An­drea Haselwanter-Schneider überhaupt nicht. „Die Tiroler erhalten die niedrigsten Einkommen, bezahlen aber am meisten für den Lebensunterhalt und das Wohnen. Bis zur Hälfte des Einkommens geht so fürs Wohnen drauf, das ist für viele nicht mehr schaffbar.“

Bezahlbares Wohnen könne die Landesregierung nicht mit einer einzigen Maßnahme erreichen, „weshalb wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen und Ideen ausgearbeitet und im Landtag eingebracht haben“, ist Haselwanter-Schneider überzeugt. Sie verweist auf eine notwendige vorurteilsfreie Bedarfserhebung, eine daran anknüpfende Bedarfsplanung, eine Leerstandserhebung, eine Zweckwidmung der Wohnbaufördermittel, den forcierten Bau von günstigen Start- und Übergangswohnungen oder eine Sozialwohnbauabgabe. „Sie müsste bei besonders überteuerten Immodeals eingehoben und zweckgebunden für den sozialen Wohnbau verwendet werden.“ Außerdem muss für Haselwanter-Schneider die Bodenpolitik geändert werden, damit Gemeinden günstigeres Bauland für leistbares Wohnen zur Verfügung stellen können.

Die Fritz-Klubchefin ortet allerdings politischen Stillstand im Land. „Die meisten sinnvollen Ideen haben ÖVP und Grüne verworfen oder auf die lange Bank geschoben.“ Besonders VP-Landesrat Johannes Tratter, der für Gemeinden, Raumordnung und die Wohnbauförderung zuständig und verantwortlich sei, habe versagt. „Wenn heute 77 Prozent nach bezahlbarem Wohnraum rufen, dann ist das ein Hilferuf der Bürger und beweist, dass seine Politik und die der schwarz- grünen Landesregierung kolossal gescheitert ist“, sagt Haselwanter-Schneider ab schließend. (pn)