Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.01.2018


Landtagswahl 2018

NEOS legen in Reutte ganzen Fokus auf die Straße

Warum Bestatter TVB-Pflichtbei- träge bezahlen müssen, Buchungs- plattformen aber nicht – das will den NEOS nicht in den Kopf.

© Mittermayr Helmut



Von Helmut Mittermayr

Ehrwald – Die NEOS haben auch im Bezirk Reutte die notwendigen 70 Unterstützungserklärungen für ein Antreten bei der Landtagswahl zusammenbekommen. Die beiden Ehrwalder Unternehmer Heinz Kotz (Hotelier) und Markus Moll, der in Pflach eine global tätige Wirtschaftsberatungsfirma in der Stahlindustrie führt, treten für die NEOS im Außerfern an. Gemeinsam mit dem Tiroler Spitzenkandidaten Dominik Oberhofer präsentierten sie ihre Ideen. Gerade beim Thema Verkehr sei es notwendig, sich vom Gängelband der Grünen zu lösen. Auch in dünn besiedelten Bezirken wie Reutte würden unglaubliche Summen für den öffentlichen Verkehr ausgegeben. Der Individualverkehr werde sehr schnell ökologischer werden und autonomes Fahren kommen. Deshalb sei ein großer, wirklich großer Tunnel für das Außerfern die einzige Lösung, war sich Moll sicher. Denn der Verkehr werde weiter stark steigen. „Die längste deutsche Autobahn Deutschlands endet in Füssen“, ergänzt Oberhofer. Und Kotz, der eine Schnellstraße will, weiter: „Aber in den letzten 30 Jahren haben sie entlang der ganzen Fernpassstrecke nur zwei Kurven gebaut, sonst nichts.“ Geht es nach Markus Moll, würden zweispurige Tunnel in jede Richtung den Durchzugsverkehr bewältigen. Oberhofer: „Und auf der Inntalautobahn dann jede Richtung vierspurig.“

Unternehmer Moll sorgt sich auch um die „kleinen“ Geschäfte, die Reutte erst ausmachen würden. Amazon und Co. würden den heimischen Händlern schwer zusetzen, aber nichts für die Region beitragen: keine Mitarbeiter, keine Abgaben, kein Beitrag zum Ortsbild, keine Spende für die Feuerwehr. „Dabei wäre es einfach. Es braucht gestaffelte Mehrwertsteuersätze – Onliner wie Amazon 30 %, Ketten mit Filialen im Ort wie bisher 20 % und inhabergeführte Geschäfte 10 %.“

Ein weiterer Vorschlag der NEOS ist die Aufhebung des Promillesatzes, also des Pflichtbeitrags der Unternehmen zum Tourismusverband. Kotz: „Die Kurtaxe der Hotels würde ausreichen. Nur noch Skischulen, Liftbetreiber und Skiverleihe sollten Beiträge leisten. Das ist doch verrückt – Bestatter und Fahrschulen müssen in den TVB einzahlen, booking.com aber nichts. Das könnte der Tiroler Landtag schnell ändern.“