Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.01.2018


Bezirk Kufstein

Kredite über 9 Millionen für zwei Großprojekte in Wörgl

Wörgl wird sich für das Haus der Musik und das Gerätehaus verschulden. Die bürgerlichen Listen wollten neue Kreditangebote.

© Architekten Adamer & RamsauerSo soll nach den Plänen des Architekten das Haus der Musik im Fischerfeld ausschauen.Foto: Architekten Adamer & Ramsauer



Wörgl – Wenn der Spruch „Gut Ding braucht Weile“ stimmt, dann werden die beiden Großprojekte Haus der Musik (Musikschule) im Fischerpark und Feuerwehr-Gerätehaus am jetzigen Standort zwei ganz besonders gelungene Bauten. Jahrelang war über beide Projekte gestritten und diskutiert worden – jetzt liegen die Baubeschlüsse vor und bei der Sitzung des Wörgler Gemeinderats am Donnerstagabend ging es um ihre Finanzierung.

Mehrere Geldinstitute hatten angeboten. Letztlich erhielt die Finanzierung für das Haus der Musik einen Kredit mit variablen Zinsen (1 Mio. Euro zu derzeit 0,44 % p. A. – Raiffeisenbank ) und fixen Zinsen (4,01 Mio. zu 1,795 % mit 20-jähriger Zinsbindung, Laufzeit 25 Jahre – Hypo Tirol Bank) die mehrheitliche Zustimmung. Für das FF-Haus verzichtete man auf eine variable Variante und entschied sich für eine fixe (4 Mio. Euro zu 1,795 % p. A. mit 20-jähriger Zinsbindung, Laufzeit 25 Jahre – Hypo Tirol Bank). Die jährliche Rückzahlung für beide Kredite liegt bei rund 400.000 Euro.

Von den bürgerlichen Listen war es Hubert Mosser (ÖVP), der noch zusätzliche Varianten prüfen wollte. Er brachte einen Ergänzungsantrag ein, der letztlich abgelehnt wurde. „Es wurden nur Angebote über fixe bzw. variable Zinssätze eingeholt. Daher sollten noch Angebote für kombinierte Zinssätze mit entsprechender Zinsabsicherung eingeholt werden“, beantragte Mosser. „Sollte das Sparpotenzial über 100.000 Euro für die gesamte Laufzeit liegen, ist diese Variante zu wählen“, fuhr er fort. Auch die grüne Gemeinderätin Catarina Becherstorfer erinnerte daran, dass „bei einer größeren Summe der Zinsvorteil enorm“ sei.

„Aber es ist auch enorm, wenn wir wieder aussteigen müssen. Da sind wir auch enorm dabei“, meinte dazu Bürgermeisterin Hedi Wechner. Bei einem Anstieg der Zinsen würden auch die Fixsätze höher. Daher habe man die variable Variante bei 1 Million Euro belassen, da man diese Summe über Rücklagen jederzeit bezahlen könne. „Wir werden uns sicher keine Hasardspiele erlauben“, sagte BM Wechner. Wie sehr das Thema das Gremium spaltete, zeigte die Wortmeldung von Andreas Taxacher (Team Wörgl). Er wollte überhaupt keine variablen Zinsen sowie keine Abdeckung aus den Rücklagen und stimmte daher gegen die Finanzierungsvariante für das Haus der Musik: „Mit dem Fixzinssatz weiß man, womit man rechnen muss, und wir binden kein Geld“, meinte Taxache. (wo)