Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.01.2018


Bezirk Imst

„Das Ötztal braucht Masterplan“

Die steigenden Verkehrszahlen alarmieren den Obmann des Planungsverbandes, den Oetzer Dorfchef Hansjörg Falkner.

© StecherDer Verkehr durch Oetz stieg im Jahr 2016 auf 13.784 Fahrzeuge pro Tag. Das sind mehr als am Fernstein oder in Tarrenz.



Von Alexander Paschinger

Oetz – „Wir müssen langfristig eine Lösung finden, aber es muss auch eine Talgeschichte sein“, sagt der Oetzer Bürgermeister Hansjörg Falkner. Vor einem Jahr hatte er als Obmann des Planungsverbandes Ötztal den Prozess in Gang gesetzt. Bewusst sei die Verkehrsproblematik Planungsverband, TVB und Bahnbetreibern, sagt Falkner. Inzwischen blickt er auch schon auf gemeinsame Sitzungen – selbst mit dem VVT – zurück. Von konkreten Maßnahmen zur Eindämmung bzw. Bewältigung des Verkehrs ist die Lokalpolitik aber noch weit entfernt. Noch im Jänner will Falkner daher eine weitere Sitzung einberufen, „im Laufe des Jahres sollte ein Masterplan für den Verkehr im Ötztal entstehen“.

Die letzten konkreten Zahlen lieferte dazu der Verkehrsbericht des Landes. Der wies für Oetz für das Jahr 2016 einen durchschnittlichen Tagesverkehr von 13.784 Fahrzeugen auf (Umhausen 8274, Sölden 7080). Zum Vergleich: Am Fernstein in Nassereith waren es 13.502, in Tarrenz 13.469. Die Tiroler Straße bei Imst-Süd, wo viele Verkehre aufeinander treffen, erreichte mit 19.204 Autos den Spitzenwert unter den Landesstraßen im Bezirk. (Auf der A12 wurden in Rietz 31.000, in Haiming 23.339, beim Roppener Tunnel 21.856 und bei Imst 22.991 Fahrzeuge gezählt.)

„Der Verkehr wird erwiesenermaßen immer mehr“, ist der Oetzer Bürgermeister überzeugt. „Es geht halbwegs“, beschreibt er die aktuelle Situation, gegenüber dem Zillertal sei es hier „noch im Erträglichen“. Natürlich aber ist der Verkehr, wenn er durchs Ortsgebiet fließt, „zähflüssiger“. An den vielen Schutzwegen im Ortszentrum oder am Kreisverkehr ins Kühtai will er die Problematik aber nicht festmachen. „Wir müssen ganz konkret die Hauptursachen wissen, um Lösungen zu finden“, betont er. Und „das fängt bei jedem selbst an, bis hin zu Mitarbeitern, die künftig gemeinsam oder mit den Öffis fahren“.

Um eben Ansätze für Maßnahmen zu finden, müsse ein Masterplan auf den Tisch.