Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.02.2018


Bezirk Schwaz

Opposition forderte Nominierungsrecht

Ein Regionalmanagement für 14 Gemeinden – von Weerberg bis Steinberg am Rofan – soll künftig die Region stärken und voranbringen. In Schwaz hagelte es jedoch Kritik an der Auswahl des Beirates.

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© TVB Silberregion Karwendel



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Bisher war es meist sehr ruhig um den Planungsverband Schwaz. Öfters kamen auch die Vorwürfe, dass dem Verband die operative Kraft fehle, um etwas zu bewirken. Nun soll der Dornröschenschlaf beendet werden.

„Es gab die Idee, als Verband stärker aufzutreten. Das Land regte an, ein Regionalmanagement zu entwickeln, damit auch Gelder des Landes und der EU fließen können“, sagte Stadtamtsleiter Christoph Holzer bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Schwaz. Daraufhin schlossen sich der Planungsverband Schwaz und Achental mit den jeweiligen beiden Tourismusverbänden zusammen und erstellten eine so genannte lokale Entwicklungsstrategie. Ziel ist es, die Wertschöpfung in der Region zu erhöhen und mit einer gemeinsamen Strategie raumordnungsrelevante Projekte zu verfolgen. Das Besondere: Die Ideen sollen aus der Bevölkerung kommen, ganz nach dem Bottom-up-Prinzip. Ein Beirat entscheidet dann, wie das Projekt gefördert oder vorangetrieben werden kann.

Dazu braucht es aber auch Geld. Der Finanzierungsplan steht bereits. Es wird mit einem Budget von jährlich 100.000 Euro des Landes Tirol gerechnet. Die Eigenmittel der lokalen Aktionsgruppe belaufen sich auf 80.000 Euro jährlich. Davon müssen die Gemeinden 87,5 % aufbringen, die beiden Tourismusverbände 12,5 %. Aufgeschlüsselt auf die Gemeinden muss Schwaz jährlich rund 19.974 Euro berappen. Diese Mittel galt es nun für 2018 bis 2020 zu beschließen.

Laut GR Hermann Weratsch­nig (Grüne) sei das Regionalmanagement ein wichtiger Schritt. Kritik äußert er am Beirat des Regionalmanagements (siehe Faktbox), der über die Projekte entscheidet. Es seien mehr Experten nötig. „Unter den derzeit 13 ausgewählten Personen gibt es keine Vertreter aus dem Kulturbereich. Das müsste man erweitern“, sagte auch StR Viktoria Gruber (Grüne). Aber nicht nur ihre Fraktion will eine Erweiterung des Beirates, sondern auch der Rest der Opposition des Gemeinderates. „Wir haben zusammen gefordert, dass von der Fraktion jemand nominiert werden kann. Das muss kein Politiker sein, das kann auch jemand aus dem Tourismus, Kultur oder einer anderen Branche sein. Bis jetzt war es fast eine reine ÖVP-Veranstaltung. Das kann es nicht sein“, sagt GR Edi Rieger (FP) auf TT-Anfrage. Ohne das Nominierungsrecht der Fraktionen hätten SPÖ, FPÖ und Grüne dagegen gestimmt.

Koordiniert wird das Projekt von Karin Gasser von der ATM Schwaz. Sie hat etwas Bauchweh, wenn es noch mehr Personen im Beirat werden, so würden auch Entscheidungen schwieriger. Doch sie sieht es positiv, dass man viele Fachleute miteinbezieht.

Mehr Infos über die Entwicklungsstrategie und das Regionalmanagement kündig­t ATM-Chef Alfred Egger erst für März an. Dann wolle man an die Öffentlichkeit gehen.