Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.02.2018


Landespolitik

St. Johanner bekommen einen Schulhof für „alle“

Der neu gestaltete Pausenhof der St. Johanner Volks- und Sonderschule soll der erste Integrationsschulhof in Tirol werden.

© Ingenieurbüro L.A.U.P.So sieht die Zeichnung eines St. Johanner Schülers von seinem „Traumschulhof“ aus.



St. Johann i. T. – Die Volksschule St. Johann wird sich einen neuen „Pausentraum“ erfüllen können. In zwei Bauabschnitten soll sich der eher karge Schulhof in ein Spiel-Paradies verwandeln. Für den ersten Bauabschnitt sind rund 103.000 Euro eingeplant, für den zweiten circa 25.000 Euro – bezahlt wird alles von der Gemeinde St. Johann mit Unterstützung vom Land Tirol. „Mit der Umgestaltung wollen wir im Frühjahr beginnen, demnächst werden die Aufträge vergeben“, erklärte Gerald Altenweisl vom Ingenieurbüro L.A.U.P. mit Sitz in Graz und Lienz bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in St. Johann.

Das Projekt stellt eine prioritäre Maßnahme im Rahmen der im Herbst 2016 gestarteten Initiative „Familienfreundliche Gemeinde“ dar. „Derzeit haben wir eine unbefriedigende Pausenhofsituation“, sagte Direktorin Barbara Lackner, die sich gerade deshalb über die geplante Neugestaltung der Außenräume ihrer Schule freut.

Bei der Planung wurden die Volksschüler von Anfang an miteinbezogen. „Über mehrere Wochen haben sie sich mit ihrem Traumschulhof beschäftigt“, erzählt Lackner. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Lehrpersonen der Volksschule, der Leitung der Nachmittagsbetreuung, dem Schulwart, der Schulleiterin der Allgemeinen Sonderschule und Gemeindevertretern hat sich anschließend mit den Bedürfnissen der Kinder, die sie vor allem zeichnerisch zum Ausdruck gebracht haben, auseinandergesetzt.

Ganz oben auf der Wunschliste steht demnach ein Baumhaus. Dieses wird – wie alle anderen Spielgeräte auch – barrierefrei zugänglich sein. „Denn unser Ziel ist es, den ersten Integrationsschulhof in Tirol zu schaffen“, sagt Altenweisl. Das bedeutet, dass auch die Kinder der Allgemeinen Sonderschule mit ihren besonderen Bedürfnissen abgeholt werden, damit sie zusammen mit den Volksschulkindern den Schulhof nutzen können.

So wird zum Beispiel das erwähnte Baumhaus für Rollstuhlfahrer zugänglich sein, indem die Kinder zuerst über eine Rampe auf einen Hüge­l und von dort aus auf eine Brücke gelangen, die zum Baumhaus führt. „Auch ein Karussell ist geplant, das für Rollstuhlfahrer geeignet ist“, so Altenweisl. Zudem soll ein „Weg der Sinne“ mit einem „Beerennaschtunnel“ und Duftpflanzen entstehen.

Und dem nicht genug: Neben einer Erholungswiese ist ein Abenteuerbereich geplant, wo Spiel und Spaß im Vordergrund stehen. So sollen etwa ein so genannter Ballwurftrichter oder eine Laufstrecke den Kindern zur Verfügung stehen.

Der bestehende Teich wird außerdem mit einem Zaun gesichert. Die Zaunlatten sollen wie große Buntstifte aussehen, welche die Kinder zusammen mit dem Schulwart basteln werden. „Am Ende ihrer Schulzeit dürfen sie ihren Stift dann als Erinnerung mit nach Hause nehmen.“ Im Sommer soll der neue Schulhof bereits fertig gestellt werden. (miho)