Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.02.2018


Bezirk Lienz

Sonderschule Lienz bekommt einen Kindergarten dazu

Die Integrations- und Montessorigruppe aus Eichholz wandert zur Sonderschule in die Schlossgasse. Start ist heuer im Herbst, die Anmeldung läuft schon.

© Getty Images/iStockphotoDer Kindergarten Schlossgasse wird nicht nur integrativ geführt, sondern hat auch einen Montessori-Schwerpunkt.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Die Stadt Lienz betreibt im Stadtteil Eichholz einen Kindergarten, der neben einer ganztägigen Betreuung auch eine Integrationsgruppe mit Montessori-Schwerpunkt anbietet. 15 Kinder, davon drei mit Integrationsbedarf, werden dort betreut. Nun soll diese Gruppe einen eigenen Kindergarten bekommen, sagt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik.

„Im Erdgeschoß der Sonderschule in der Schlossgasse soll dieser Kindergarten entstehen“, berichtet Blanik. „Wir wollen über den Sommer umbauen und im Herbst 2018 eröffnen.“ Interessierte Eltern können ihr Kind ab sofort in der Stadtgemeinde anmelden.

Für die Baumaßnahmen sind im Stadtbudget 350.000 Euro eingeplant. Geschaffen werden unter anderem Bewegungs- und Ruheräume, auch der Garten soll genutzt werden. Das sehr geräumige Gebäude in der Schlossgasse gehört dem Orden der Dominikanerinnen. Die Stadt darf es im Rahmen eines langjährigen Pachtvertrages nutzen. Die Sonderschule mit ihren 16 Schülerinnen und Schülern hat nach dem Umbau dann den ersten und zweiten Stock für sich.

Mit dem neuen Kindergarten in der Schlossgasse bekommt auch die Einrichtung in Eichholz mehr Luft. Dort bleibt mehr Platz für die Ganztagsbetreuung, die von den Familien immer stärker nachgefragt wird.

Im Gegenzug wertet der neue Standort in der Sonderschule auch das Konzept von Integration und Montessori-Pädagogik auf, weil es dafür dann einen „eigenen“ Kindergarten gibt. „Das Montessori-Modell kommt bei vielen Eltern sehr gut an“, weiß die Bürgermeisterin.

Die Montessori-Pädagogik, entwickelt von der italienischen Ärztin Maria Montessori (1870­­­–1952), stellt die Fähigkeiten und Bedürfnisse des einzelnen Kindes in den Mittelpunkt. Jedes Kind soll nach seinem eigenen Rhythmus und auf seine eigene Art lernen – im Kindergarten wie in der Schule.